Mehr Carvelos für Zürcher Siedlungen

Die Stadt Zürich will E-Cargovelos stärker im Alltag verankern. Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt sie Wohnsiedlungen bei der Einführung von Carvelos und übernimmt dafür einen Teil der Betriebskosten.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 25.06.2026

Die Stadt Zürich will die Nutzung von E-Cargovelos in Wohnsiedlungen fördern. Mit dem neuen Programm «Carvelo für Siedlungen» unterstützt sie den Aufbau gemeinschaftlich genutzter Lastenvelos und senkt damit die Einstiegshürden für nachhaltige Transporte im Alltag.

Anschubfinanzierung für Siedlungen

 

E-Cargovelos gelten als praktische Alternative zum Auto – etwa für Einkäufe, den Transport von Kindern oder grössere Besorgungen. Für viele Haushalte ist die Anschaffung eines E- Lastenvelos jedoch zu teuer. Genau hier setzt das neue Förderangebot an: Wohnsiedlungen können ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ein gemeinsam genutztes Carvelo zur Verfügung stellen und erhalten dafür finanzielle Unterstützung von der Stadt.

 

Für jede neu teilnehmende Siedlung übernimmt die Stadt die Grundgebühr des ersten Betriebsjahres. Diese Förderung beläuft sich auf 3300 Franken. Wird das Fahrzeug zusätzlich auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, beteiligt sich die Stadt im zweiten Jahr mit weiteren fünfzig Prozent an den Betriebskosten.

Drei Jahre Förderung

 

Das Förderprogramm ist zunächst auf die nächsten drei Jahre angelegt. Pro Jahr sollen zehn Siedlungen von der Förderung profitieren. Die Hälfte davon soll zusätzlich Anspruch auf die Unterstützung im zweiten Betriebsjahr erhalten. Insgesamt stellt die Stadt dafür knapp 124'000 Franken bereit.

 

Die Initiative geht auf ein Postulat der Zürcher Gemeinderätinnen Anna Graff (SP) und Selina Frey (GLP) zurück. Ziel ist es, umweltfreundliche Transportangebote im Bereich des Lastenverkehrs zu stärken und die nachhaltige Mobilität in den Quartieren auszubauen.

Riedtli-Siedlung macht es vor

 

Wie ein solches Angebot funktionieren kann, zeigt die Riedtli-Siedlung. Dort gehört ein Carvelo bereits seit mehreren Jahren zum Alltag. Bei einem Besuch vor Ort betonte Stadträtin Simone Brander die Bedeutung des Angebots: E-Cargovelos seien nicht nur praktisch, sondern würden auch einen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt leisten.

 

Auch bei den Bewohnenden kommt das Lastenvelo gut an. Carolina Morgan-Grap, Co-Präsidentin des Riedtli-Vereins, bezeichnet das Carvelo als echten Mehrwert für die Siedlung. Die Finanzierungshilfe der Stadt könne dazu beitragen, dass weitere Wohnsiedlungen ähnliche Angebote aufbauen.

Etabliertes Angebot

 

Das Carvelo-Netz ist in Zürich längst angekommen. Bereits 2017 unterstützte die Stadt den Aufbau des Angebots gemeinsam mit der Mobilitätsakademie des TCS. Heute stehen in Zürich 55 Fahrzeuge zur Verfügung. Neu richtet sich die Förderung gezielt an Wohnsiedlungen. Interessierte weitereTrägerschaften können sich direkt über die Plattform von Carvelo für das Programm bewerben.

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