Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
19.04.2021
In der Veloindustrie ist das sogenannte Reshoring ein grosses Thema. Damit gemeint ist die Rückverlagerung der Produktion zum Markt, etwa nach Europa. Woom Bikes macht nun in Polen Nägel mit Köpfen.
Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
19.04.2021
Kindervelos mussten lange vor allem zwei Anforderungen erfüllen: farbig und billig sein. Aktuell achten aber immer mehr Eltern darauf, dass ihre Kinder mit qualitativ hochwertigen, sicheren und ergonomischen Velos unterwegs sind. Diese dürfen auch ruhig etwas mehr kosten. Positiver Nebeneffekt ist, dass die Hersteller angefangen haben, bei der Produktion der Räder mehr auf die Umwelt und die Angestellten zu achten.
Woom Bikes gehört bei dieser Entwicklung zu den Pionieren. Wie der österreiche Kindervelospezialist vermeldet, wurde die Fertigung der klassischen Kinderräder für den europäischen Markt nun nach Polen verlegt.
Dazu hat Woom Bikes mit dem deutschen Unternehmen Sprick Cycle einen Partner gefunden, der im südpolnischen Swiebodzin eine eigene Velofabrik betreibt. In dieser stellt Sprick nun Woom Bikes Lager- und Montagehallen zur Verfügung – und vorerst 80 der insgesamt etwa 300 Angestellten. Auf zwei Fertigungsstrassen sollen so dieses Jahr insgesamt 115'000 Kindervelos für den europäischen Markt assembliert werden. Das entspricht rund 40 Prozent der gesamten Jahresproduktion von Woom Bikes. In einem weiteren Schritt sollen auch die «Off»-Geländemodelle für den europäischen Markt in Polen montiert werden.
Von der Fertigung nah am Absatzmarkt verspricht sich Woom Bikes kürzere Lieferzeiten und kürzere Transportwege, was der Umwelt zugutekomme. «Die Zusammenarbeit mit Sprick Cycle bedeutet für uns einen wichtigen Schritt in Richtung unseres grossen Ziels: Woom Bikes für europäische Absatzmärkte in Europa herzustellen», erklärt Woom-Geschäftsführer Guido Dohm. Zwar werde die Produktion von Fahrrädern im asiatischen Raum für die Wachstumsmärkte Nordamerika und Asien weiterhin eine wichtige Rolle spielen und ausgebaut werden. Für die europäischen Absatzmärkte sei die Produktion in Europa jedoch zielführender.

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