Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
17.10.2023
In Japan und Korea ist die Bahndisziplin Keirin äusserst populär. Ein neuer Veranstalter will den Sport mit einer eigenen Liga auch in weiteren Ländern beliebt und einem breiten Publikum zugänglich machen.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
17.10.2023
Derby Wheel will die in Japan populären Keirin-Rennen auch in weiteren Ländern bekannt machen. (Foto: Derby Wheel)
Ein neuer Veranstalter will die Bahndisziplin Keirin einem weltweiten Publikum zugänglich machen. Keirin-Rennen haben eine lange Geschichte. Der Ursprung reicht zurück ins Jahr 1948. Damals wurde die Bahndisziplin in Japan als Wettsport eingeführt. Das Land wollte Geld für den für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg einnehmen. Mit grossem Erfolg.
Heute ist Keirin im Land der aufgehenden Sonne eine von nur fünf Sportarten, auf die legal gewettet werden darf. Und auch in Korea erfreut sich der Sport hoher Beliebtheit beim Publikum.
In ihrem Heimatland ist die Bahndisziplin Keirin streng reglementiert – auch wegen der Milliardenbeträge, die mit den Wetten jährlich umgesetzt werden.
Während der Wettkampfphasen werden die Fahrer abgeschottet, um Wettmanipulationen zu vermeiden. Sie leben in speziellen Hotels, jeglicher Kontakt nach aussen ist verboten.Um eine Rennlizenz zu erhalten, müssen die Athletinnen während zehn Monaten die «Keirin-Schule» besuchen und die Ausbildung erfolgreich bestehen.
Keirin-Rennen im Omiya Velodrome in Tokyo. (Foto: Paulkeller - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)
Keirin-Rennen finden in Japan traditionell auf 400-Meter-Bahnen im Freien statt. Um das Format global zugänglich zu machen, will der Veranstalter Derby Wheel in mehreren Ländern Keirin-Rennen in Velodromen auf 250-Meter-Bahnen durchführen, die für Weltmeisterschaften und Olympische Spiele die Regel sind.
Während die japanischen und koreanischen Athleten ihre Heimatländer so gut wie nie für Rennen verlassen, wird es laut Derby Wheel nun «das erste Mal sein, dass viele japanische und koreanische Keirin-Spezialisten gegen internationale Fahrer antreten, was dem Rennen eine neue Dynamik verleiht, da Ost und West auf den Velodromen aufeinandertreffen».
Aktuell seien mehr als 400 Athletinnen und Athleten aus 33 Ländern für die Liga registriert. Die ersten Rennen werden im Dezember 2023 und Januar 2024 stattfinden.
Bei Keirin-Rennen starten sechs bis sieben Fahrerinnen und Fahrer aus dem Stand, entweder aus einem Startblock oder sie werden von Helfern gehalten. Die Startpositionen werden zuvor ausgelost.
Zunächst folgt das Feld einem Schrittmacher, der das Tempo von zu Beginn rund 30 km/h auf gegen 50 km/h steigert. Nach drei Runden verlässt der Tempomacher die Strecke, worauf das eigentliche Rennen beginnt.
Nun gilt es, mit einer Kombination aus Strategie, Positionierung und Kraft nach weiteren drei Runden als Erster die Ziellinie zu überqueren.

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