Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
04.10.2021
Früher wurden Mofas frisiert, heute E-Bikes. Die Leistungs-Manipulation ist für die Elektrovelohersteller ein Problem. Die Vereinigung der Europäischen Veloindustrie Conebi vereint Produzenten, die das Tunen bekämpfen.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
News,
04.10.2021
Mit Tuning-Kits wird die Geschwindigkeitsbegrenzung von E-Bikes ausgehebelt. Das ist aber weder sinnvoll noch ratsam. (Foto: Marcel Kaufmann)
Als CEO von Bosch E-Bike Systems legt sich Claus Fleischer schon lange gegen die Manipulation der Hilfsantriebe von Elektrovelos ins Zeug. Dabei betont er jeweils zwei Aspekte:
Erstens drohen bei der Benutzung von frisierten E-Bikes empfindliche Strafen und im Fall eines Unfalls zudem starke Kürzungen der Versicherungsleistungen.
Zweitens drohen wegen solcher Manipulationen strengere Reglementierungen für E-Bikes, was deren Popularität verringern und den aktuellen Boom abklemmen könnte.
Nun folgt die Vereinigung der Europäischen Veloindustrie Conebi dem Beispiel von Bosch und wird in dieser Hinsicht aktiv – und zwar in Form einer Selbstverpflichtungs-Erklärung.
Klare Kante: Claus Fleischer warnt schon lange vor Manipulationen von Hilfsantrieben und den möglichen Konsequenzen. (Foto: ZVG)
Diese Erklärung sieht vor, dass von Conebi repräsentierte Akteure der Veloindustrie alle Anforderungen gegen Manipulationen der Leistung gemäss dem Standard «EN 15194:2017» beachten. Zudem soll dieser technische Standard kontinuierlich überprüft und wenn nötig an neue Rahmenbedingungen angepasst werden.
Die Hersteller von Hilfsantrieben sollen ihre Produkte gemäss der Selbstverpflichtung so gestalten, dass eine Manipulation der Leistung erschwert wird. Zudem will die Industrie immer wieder darauf hinweisen, dass solche Manipulation in keiner Weise erwünscht und strafbar sind.
Mit einigen Mausklicks finden sich im Internet Anbieter, die Kits zur Leistungsmanipulation zum Kauf anbieten. (Foto: ZVG)
Zudem sollen Hersteller, die bei der Selbstverpflichtungs-Erklärung von Conebi mit von der Partie sind, auch auf Zulieferer einwirken und diese auf die Problematik rund um die Manipulation von Hilfsantrieben hinweisen. Bei der Identifikation manipulierter E-Bikes wollen die Hersteller zudem mit Polizei und zuständigen Behörden kooperieren.
Das Conebi-Sekretariat wird über die Einhaltung der Selbstverpflichtungs-Erklärung wachen und Produzenten, die gegen den Geist dieser Erklärung verstossen, von der Liste der Unterzeichner nehmen.
Zu den Erstunterzeichnern gehören die Vereinigungen der Velo- und Veloteilehersteller vieler europäischer Länder, die Vereinigung Cycling Industry Europe (CIE) sowie viele grosse Fahrradhersteller und Antriebslieferanten.

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