Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
E-Bike,
News,
24.01.2025
Aus Frust über normale Lastenvelos entwickelt Remy Vuillemin sein eigenes Modell «Hara». Nach langer Tüftelei produziert er es in einer kleinen Serie in Deutschland und setzt auf Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung.
Fabian Baumann,
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24.01.2025
Ein klassisches Longjohn-Lastenvelo, das dennoch etwas anders ist: Cargobike von «Hara». (Foto: ZVG)
Auf die Idee, ein eigenes Cargobike zu entwickeln, sei er aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als Velokurier gekommen, erzählt Remy Vuillemin. Immer wieder habe er gedacht: «Das ‘Bullitt’ nervt wegen des Steuerlagers und des Gabelkopfs. Beim ‘Omnium’ ist der Schwerpunkt der Ladefläche zu hoch».
Als ihm dann ein Freund angeboten habe, bei ihm das Schweissen zu lernen, habe er dies einfach mal getan. Und anschliessend damit begonnen, herumzutüfteln. «Vier Jahre später habe ich 18 Rahmensets geschweisst. 12 weitere folgen noch.»
Dennoch sei es nie sein Ziel gewesen, selbst die Rahmen von Lastenvelos herzustellen. Dazu sei es eher aus der Not heraus gekommen. Asien als Produktionsort sei für ihn nicht infrage gekommen, sagt Vuillemin. Und für eine Auftragsfertigung in Europa habe er keinen Anbieter gefunden, der eine Kleinserie mit kurzem Zeithorizont herstellen konnte.
So hat sich der Schweizer im deutschen Kollnau in einer Werkstatt eingerichtet und damit begonnen, die «Hara»-Cargobikes in einer Serie von 30 Stück zu bauen.
Der Name Hara sei japanisch und bedeute Bauch, sagt Remy Vuillemin. «Wobei auf Japanisch aus dem Bauch und nicht aus dem Herzen gesprochen wird.»
Und sozusagen aus dem Bauch wurde der Velokurier zum Velohersteller. «Dabei bin ich fast wahnsinnig geworden», so Vuillemin. «Ich bin eigentlich weder ausgebildeter Rahmenbauer, noch Feinmechaniker oder Ingenieur. Noch nicht mal Verkäufer.»
Sein Lastenrad möchte der Entwickler auch als Kritik an der Fahrradbranche verstanden wissen, die seiner Meinung nach jegliche Kritik an der globalen Arbeitsteilung oder langen Transportwegen vermissen lasse.
Das unmotorisierte und in Kleinserie hergestellte «Hara»-Lastenrad bedient die Nische in der Nische. Zudem gibt es das Cargobike auch mit Mittelmotor. (Foto: ZVG)
Und so richtet sich Remy Vuillemin mit seinen «Hara» Cargobikes an Personen, die eine lokale Produktion und möglichst kurze Wege schätzen. Für diese hat der Tüftler ein Lastenvelo entwickelt, dass nun als Rahmenset oder Komplettvelo zu haben ist.
Im Sinne der Nachhaltigkeit und um den Preis für das Rad einigermassen tief zu halten, sind etwa in Deutschland hergestellte Ladeplatten aus recyceltem Plastik sowie ein Mix aus neuen Teilen und solchen aus zweiter Hand verbaut.
Interessierte finden auf der Hara-Website detaillierte Informationen zum Cargobike, den verbauten Komponenten und dem Verkaufspreis. Das vom Velokurier ursprünglich als unmotorisiertes Lastenrad konzipierte «Hara» gibt es mittlerweile zudem auch als E-Bike mit einem Mittelmotor von Tongsheng.

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