Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
10.10.2022
Droht der Schweiz eine Rezession? Nach Einschätzung der Konjunkturforschenden der ETH Zürich sollte sich dies vermeiden lassen. Für Verunsicherung sorgen die Energiekosten und die pandemische Situation in China.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
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10.10.2022
Das Geld sitzt bei vielen Menschen in der Schweiz derzeit nicht mehr so locker wie auch schon. (Bild: ZVG)
Seit Russlands Präsident Putin seine Streitkräfte Ende Februar in den Nachbarstaat Ukraine einmarschieren liess, ist Sand ins Getriebe der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Pandemie geraten.
Sorgen bereiteten vor allem die Energieversorgung und die spürbar anziehende Teuerung. Nach den jüngsten, wohl durch Sabotage herbeigeführten Schäden an Nord Stream Gaspipelines in der Ostsee stieg die Nervosität weiter und zogen die Preise für Gas nochmals an.
Was also ist in den kommenden Monaten zu erwarten? Dazu hat sich nun die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) im Rahmen ihres vierteljährlichen Berichts geäussert.
Die KOF-Forscherinnen erwarten immerhin für den privaten Konsum keinen gravierenden Einbruch, sind sonst aber im Vergleich zur Juni-Prognose weniger optimistisch. (Bild: ZVG)
Konkret erwarten die Forschenden vom KOF, dass das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr um 2.3 Prozent steigen wird. Für das kommende Jahr dürfte das Wachstum mit nur 0.7 Prozent schwächer ausfallen.
Noch im Juni war die KOF-Prognose von einem BIP-Wachstum von 2.8 Prozent im laufenden Jahr und von 1.3 Prozent für 2023 ausgegangen.
Der Hauptgrund für die so auch von anderen Instituten vorgenommene Korrektur nach unten ist die Inflation, die die Kaufkraftentwicklung bremst und manche Geschäftsmodelle unrentabel macht.
Im Vergleich zur Euro-Zone bewegt sich die Inflation in der Schweiz mit 3 Prozent im laufenden Jahr und 2.2 Prozent im kommenden Jahr aber noch im Rahmen. Zudem erwarten die KOF-Forscherinnen und -Forscher im kommenden Jahr eine Abkühlung des Aussenhandels.
Die Kennzahlen zu Konjunktur und Konsumverhalten verheissen zurzeit nichts Gutes. Umso wichtiger wird es für den Velofachhandel, bestehende Velos in Schuss zu halten. (Bild: ZVG)
Die gute Nachricht aus der Sicht des Detailhandels ist, dass der private Konsum laut KOF-Bericht trotz Inflation eine wichtige Stütze für die Konjunktur bleibt. Das liege unter anderem daran, dass die Löhne in vielen Branchen wegen der Teuerung angehoben werden.
Aufgrund dieser Szenarien gehen die KOF-Fachleute davon aus, dass die Schweiz wohl um eine Rezession herumkommen wird. Dabei wird aber auch auf Faktoren verwiesen, welche die Szenarien auf den Kopf stellen könnten.
Zu diesen Abwärtsrisiken zählen ein Energielieferstopp Russlands und eine Rationierung von Gas und Erdöl sowie grosse Covid-Ausbrüche in China, welche die Lieferketten belasten würden.

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