E-Bike-Hersteller Ampler insolvent: Showroom wird zur Kostenfalle

Der estnische E-Bike-Hersteller Ampler steht vor dem Aus. Ein Mietstreit um den Berliner Showroom wurde zur fatalen Kostenfalle. Ampler hat Insolvenz angemeldet. Auch in der Schweiz droht nun der Konkurs.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
E-Bike, News, 19.05.2026

Der erst 2016 gegründete Direktvertreiber Ampler sorgte in den vergangenen Jahren mit seinen puristischen Urban-E-Bikes für Furore. Erst kürzlich gewann das Unternehmen einen Design-Award, und noch im vergangenen Jahr war die Premiere der «Nova»-Plattform mit integriertem USB-C-Ladeanschluss eine vielbeachtete Neuigkeit an der Messe Cyclingworld in Düsseldorf.

Doch nun steht der estnische Hersteller offensichtlich vor dem Aus. Sowohl im Heimatland als auch für die deutsche Tochtergesellschaft wurde der Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Der entscheidende Grund dafür liegt offenbar in den hohen Kosten für die eigenen Showrooms. Diese sollten den Webshop flankieren und für ein besseres Einkaufserlebnis sorgen, wurden nun aber zur Stolperfalle.

Ampler Showroom in Berlin wurde zum Problem

Konkret stecken die Esten in einem eskalierenden Mietstreit rund um den Ende 2021 eröffneten Berliner Showroom im Stadtteil Kreuzberg. Wie lokale Medien berichten, erklärte Ampler-Vorstandsmitglied Kristjan Maruste, dass man seinerzeit für die Niederlassung einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen habe.

Dies erwies sich als deutlich zu ambitioniert: Medienberichten zufolge standen bei einer Vertragsauflösung Strafzahlungen in der Höhe von 1,2 Millionen Euro im Raum. Diese Hypothek schreckte offenbar potenzielle Investoren ab, die dringend nötig gewesen wären, um das Überleben von Ampler zu sichern.

Ampler Bikes steht auch in der Schweiz vor dem Aus

Wie viele andere Hersteller hatte auch Ampler in den vergangenen zwei Jahren mit Marktturbulenzen und sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Zwar habe man laut Maruste einen Umstrukturierungsprozess erfolgreich durchlaufen, der langfristige Mietvertrag in Berlin entpuppte sich nun jedoch als finanzielle Sackgasse.

Infolge des Insolvenzantrags wurde die Entlassung der verbleibenden 50 Mitarbeitenden angekündigt. Wer bereits ein Ampler-Bike besitzt, ist für Wartung und Reparaturen künftig auf den Support lokaler Velogeschäfte angewiesen. Besonders bitter für die hiesige Kundschaft: Auch die Schweizer Tochtergesellschaft wird voraussichtlich in den kommenden Tagen den Konkurs anmelden.

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