Die Schweizer Bevölkerung wünscht sich mehr Raum fürs Velo

Der E-Bike-Antriebshersteller Bosch hat das Marktforschungsinstitut GfK mit einer Umfrage zum Mobilitätsverhalten in der Schweiz betreut. Die Antworten zeigen: Die Bedeutung von Velos und E-Bikes wächst weiter.

Dominic Redli

Dominic Redli, Autor (redli@cyclinfo.ch)
News, 17.11.2022

Der deutsche Elektrovelo-Antriebshersteller Bosch gibt regelmässig Studien zum Mobilitätsverhalten in Auftrag, auch in der Schweiz.

Mitte November hat Bosch die Resultate der jüngsten, vom Marktforschungsinstitut «Gesellschaft für Konsumforschung» (GfK) durchgeführten Befragung veröffentlicht.

Immer mehr E-Bikes in der Schweiz

Im Vergleich zur Vorjahresstudie hat die Anzahl Personen, die ein oder sogar mehrere E-Bikes besitzen, um drei Prozent zugenommen.

Die Westschweiz hat dabei stark aufgeholt: Mittlerweile haben rund ein Fünftel der Romands mindestens ein E-Bike (2021: 14 Prozent). Weitere 17 Prozent aller Befragten planen die Anschaffung eines Elektrovelos.

Mehr sichere Radwege, mehr Velo-Infrastruktur

Auch die Forderungen an die Rahmenbedingungen sind hoch: Die Befragten sehen das grösste Entwicklungspotential im städtischen Verkehr in einem besseren ÖV-Angebot (45 Prozent), in der Kombination von Auto, ÖV und Langsamverkehr (44 Prozent) und im Ausbau von Velowegen (40 Prozent).

Rund zwei Drittel sind zudem der Meinung, dass Fahrräder über eine Verbesserung der Infrastruktur weiter gefördert werden sollen. Dazu zählen etwa Parkmöglichkeiten und Ladestationen im öffentlichen Raum.

Dies kommentiert der Geschäftsführer von Bosch E-Bike Systems, Claus Fleischer, wie folgt: «Die Forderungen nach mehr Anreizen im Bereich der Infrastruktur und nach sicheren Velowegen müssen erfüllt werden, um mit der wachsenden Bedeutung von E-Bikes und Velos Schritt halten zu können.»

Bedeutung von E-Bikes beim Pendeln nimmt zu

Laut der Umfrage werden Velos und E-Bikes von je sechs Prozent der Befragten als Hauptverkehrsmittel zum Pendeln genutzt. Für die Hälfte der Velopendlerinnen hat das E-Bike an Bedeutung gewonnen.

Gemäss der Pendlerstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) wurde das Velo als Hauptverkehrsmittel 2020 von erst sieben Prozent genutzt.

Boschs Studie zeigt ausserdem auf, dass rund vier von fünf E-Bike-Pendler aus städtischen Gemeinden stammen. Ein wichtiger Grund für die Bedeutungszunahme des Velos im urbanen Raum ist die hohe Flexibilität, die es bietet.

Im Allgemeinen sprechen sich 61 Prozent der Befragten dafür aus, dass das Pendeln mit dem Fahrrad erleichtert werden sollte.

Velofahren ist zu wenig sicher in der Schweiz

Vor allem das Thema «Sicherheit» bewegt nach wie vor: Ein Drittel der von der GfK befragten Personen findet, dass Städte für Rad fahrende Menschen nicht sicher sind und wünscht sich mehr Raum.

Gleichviele Schweizerinnen und Schweizer gaben an, dass sie das Velo noch öfter zum Pendeln nutzen würden, wenn mehr Fahrradwege existierten.

Die repräsentative Studie der GfK im Auftrag von Bosch E-Bike Systems wurde im September 2022 durchgeführt. Befragt wurden schweizweit 1005 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 74 Jahren.

Empfohlene Artikel

Basel pausiert Versuch mit velofreundlichem Tramgleis.
News

Basel legt Versuch mit velofreundlichem Tramgleis auf Eis

Auch im Winter kann man gut Velofahren
News , Ratgeber

Velofahren im Winter

Steht dem Fahrradmarkt eine Bereinigung bevor? Fahrräder stehen in einem Fahrradgeschäft nebeneinander.
News

Steht dem Velomarkt eine Bereinigung bevor?