Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
01.10.2021
Seit dem Ausbruch der globalen Covid-19-Pandemie sind die Lieferketten gestört. Die Drosselung der Stromproduktion in China sorgt nun für neue Probleme.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
News,
01.10.2021
Die Yuka Kohlemine in der Qinghai-Provinz. Kohle ist der wichtigste Energieträger in China – mit Folgen für die Luftqualität im Land. (Foto: Darmau Lee, Unsplash)
Mit Adidas und Nike meldeten anfangs Woche zwei Grössen der Sportartikelindustrie, dass die seit Wochen anhaltenden Lockdowns in Vietnam zu einer markanten Abnahme der Fertigung in den dortigen Fabriken geführt hätten. Auch die Fahrradbranche blieb davon nicht verschont: Fast jeder grössere Produzent aus Taiwan hat in den vergangenen Jahren substanziell in Vietnam investiert – die Arbeit ist günstiger als in der Volksrepublik China, aber die Haltung der Regierung gegenüber Taiwan weit freundlicher.
Diese Investitionen konzentrieren sich in der Provinz Binh Duong im Süden Vietnams, wo Covid-19 besonders heftig ausbrach und darum schon früh strenge Massnahmen erlassen wurden. Um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, will Vietnam nun aber die Bestimmungen lockern.
Viele Kohlekraftwerke, lasche Abgasvorschriften für den (Schwer-)Verkehr und die Verwendung von Holz zum Heizen und Kochen belasten die Luft in China stark. (Foto: cyclinfo.ch)
Auf eine Entspannung der Lage braucht man sich vorderhand nicht einzustellen. Bereits wird die nächste Störung für die globalen Zulieferketten gemeldet. Nun rückt wieder China in den Fokus: Weil viele Fabriken in der Volksrepublik Produktionsausfälle aus dem Vorjahr kompensieren wollten, produzierten sie auf Hochtouren.
Prompt wurden die von der Zentralregierung gesetzten, für das ganze Jahr geltenden Emissionslimiten für Treibhausgase viel früher als erwartet erreicht. Dazu kommt ein Mangel an Kohle als dem wichtigsten Energieträger in China.
Als Reaktion darauf hat das Land eine Drosselung der Stromerzeugung mit Kohle verfügt. Das führt wiederum zu Problemen für die fertigenden Industrien im Osten und Nordosten des Landes.
Wer nicht lange warten will, soll frühzeitig bestellen: Warnungen dieser Art von ihren Zulieferern in China erreichten diese Woche viele Abnehmer in Europa. (Foto: cyclinfo.ch)
So schnell dürfte sich diese Situation nicht bessern: Bis zu den olympischen Winterspielen vom Februar 2022 im chinesischen Shijiazhuang wird Peking alles daransetzen, die Umwelt- und insbesondere die Luftverschmutzung tief zu halten und so für blauen Himmel statt grauen Smog und Industrieschnee bei den Wettkämpfen zu sorgen.
Experten erwarten in Folge der Stromverknappung ein verringertes Wirtschaftswachstum für 2021 und warnen zugleich vor Engpässen in den globalen Lieferketten, vor allem in den Branchen Textil, Spielzeug und Maschinenteile. Somit dürfte auch die Velobranche einmal mehr nicht ungeschoren davonkommen. Konsumentinnen und Konsumenten in Europa müssen weiter damit rechnen, auf Ersatzteile lange zu warten.

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