Die Zulieferkette der Velobranche wird erneut gestört

China hat den zweitgrössten Containerhafen des Landes vorübergehend geschlossen. Die Seefracht wird somit erneut gestört. Und im Süden von Vietnam schlägt die Covid-19-Pandemie weiter zu.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 14.08.2021

In der Schweiz wird aktuell intensiv über eine Rückkehr zur Normalität und eine Aufhebung der letzten, noch gültigen Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie diskutiert. Derweil präsentiert sich die Situation in Fernost anders.

Japan vermeldet nach dem Ende der Olympischen Spiele rekordhohe Ansteckungszahlen. Dagegen sind die Zahlen in Taiwan auf ein sehr niedriges Niveau abgesunken. Darum wurden die Massnahmen per Ende Juli um eine Stufe von Level 3 auf Level 2 abgemildert, was die Abläufe in industriellen Betrieben deutlich vereinfachte.

Die grösste Herausforderung für Produzenten in Taiwan bleibt somit die Seefracht, weil Container in den falschen Häfen stehen und die Frachtpreise noch immer schwindelerregend hoch sind.

China schliesst zweitgrössten Hafen

Ausgerechnet die Seefracht muss nun einen weiteren Tiefschlag verkraften: Laut einer Meldung des deutschen Magazins Wirtschafts Woche hat die Volksrepublik China wegen der Ansteckung eines einzigen Hafenarbeiters den Betrieb des Ningbo Maidong Terminals eingestellt. Somit werden im zweitgrössten Containerhafen des Landes bis auf weiteres keine Güter gelöscht oder verladen.

Inzwischen warten wegen der Schliessung der Hafenterminals bereits 28 Containerschiffe vor dem Hafen von Ningbo Zhoushan. Bereits im Mai und Juni hatte die zeitweilige Schliessung des Hafens Yantian bei Shenzen die globalen Zulieferketten schwerwiegender gestört als die gut einwöchige Blockade des Suezkanals durch den Containerfrachter Ever Given.

Vietnam leidet weiterhin

Mit dem Süden Vietnams ist ein weiterer Standort der Veloindustrie in Asien aktuell stark von der Covid-19-Pandemie betroffen: Als die Fallzahlen Anfang Juli zunächst vor allem im Süden des Landes rasch anstiegen, erliessen die Behörden strenge Vorgaben nach der «Directive 16». Diese sieht die Schliessung von nicht lebenswichtigen Geschäften, Einschränkungen für den öffentlichen Verkehr und das Verbot von Versammlungen von mehr als zwei Menschen vor.

Da die Anzahl der entdeckten Ansteckungen dennoch weiter stieg, kamen die Beschränkung der Bewegungsfreiheit und nächtliche Ausgangssperren hinzu, und das bis mindestens 15. August. Wegen der Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Arbeiter hatten diese Vorgaben direkte Folgen für die Produktion in den zahlreichen Fabriken in der Grossregion Ho Chi Minh City.

 

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