Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
News,
27.02.2025
Kettenschmiermittel gibt es viele. Ebenso umfangreich sind Produkttests von «Zero Friction Cycling». Das Testzentrum ermöglicht es, mithilfe ihrer öffentlichen Datensammlung das richtige Schmiermittel zu finden.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
News,
27.02.2025
Die Verschmutzung und damit der Verschleiss der Kette kann mit einem passenden Schmiermittel reduziert werden. (Bild: unsplash, Patrick Hendry)
Wer sein Velo liebt, der schmiert. Spätestes wenn die Kette quietscht, greift auch der Werkstattmuffel zum Schmiermittel, um die nervigen Geräusche zu beseitigen. Von High-Performance-Wachs bis zum Allwetter-Öl ist die Palette an Kettenschmiermitteln breit, was die Wahl der geeigneten Schmierflüssigkeit nicht erleichtert. Allesamt haben die Schmiermittel aber einen gemeinsamen Zweck: Die Reibung in der Kette zu minimieren.
Weniger Reibung, genau das hat sich die australische Firma «Zero Friction Cycling» sprichwörtlich zum Ziel gesetzt. Unabhängig misst das Testzentrum die Wirkung verschiedenster Schmiermittel mit beachtlichem Umfang und Genauigkeit. Bis anhin wurden 300'000 Testkilometer durchgeführt und damit die weltgrösste Datensammlung zu Kettenschmiermitteln aufgebaut. Diese beeindruckende Datenflut ist öffentlich zugänglich und kann von Pendlern ebenso wie von Rennvelofahrerinnen genutzt werden, um das Kettenleben ihres Velos zu maximieren und Betriebskosten zu minimieren.
Gemessen werden nicht nur der Verschleiss von Kette, Kassette und des Kettenblatts, sondern auch der Verbrauch des Schmiermittels sowie der Einfluss von Nässe und Verschmutzung auf die Kette. Das Testprotokoll zu dieser akribischen Analyse umfasst mehr als zwei Dutzend Seiten und erklärt den normierten Testvorgang in fünf Blöcken à je 1000 Kilometer.
Ohne Verschmutzung wird der erste Testblock gefahren. Anschliessend wird im zweiten Testblock gemessen, wie stark abrasiv das Schmiermittel bei trockener Verschmutzung wirkt. Je höher die Verschleissrate in diesem Testblock ist, umso grösser ist der Verschleiss des Antriebs durch Staub und Schmutz, die durch das Schmiermittel aufgenommen werden. Um diese Kontaminierung zu simulieren, wird nach jeweils fünfzig Kilometer Testbetrieb fünf Gramm sandiger Lehm auf die Kette gegeben.
Die Testeinrichtungen von "Zero Friction Cycling" simulieren jählich zehntausende Velokilometer. (Bild: Zero Friction Cycling)
Um die selbstreinigende Fähigkeit des Schmiermittels zu beurteilen, folgt anschliessend ein dritter Testblock ohne Kontamination. Nimmt die Verschleissrate in diesem Testabschnitt ab, bestätigt dies zwar die Aufnahme von Verunreinigungen durch die Schmierflüssigkeit. Gleichzeitig wird dadurch aber auch die Selbstreinigung der Schmierung nach Ende der Verschmutzung bestätigt.
Nicht nur dreckig, sondern auch nass wird es im vierten Testblock. Alle 50 Kilometer wird zusätzlich zu den fünf Gramm sandiger Lehm auch 500 Milliliter Wasser über die Kette gesprüht. Das Wasser bringt gemäss «Zero Fricition Cycling» die Verunreinigung tief in die Kette, wodurch beobachtet werden kann, ob der Schmierstoff herausgewaschen wird. Analog zum dritten Testblock wird der fünfte und letzte ohne jegliche Verunreinigung durchgeführt. So kann die finale Erholung und Reinigung der Kette beobachtet werden.
Die Analysen öffnen das Tor zum Schmiermittel-Universum für eingefleischte Antriebs-Optimierer und Schmier-Nerds. Dies interessiert wohl kaum jede Alltagsfahrerin und alle Hobbyschrauber. Deshalb fasst «Zero Friction Cycling» die zentralen Fakten des Tests im interaktiven «Cost-to-Run-Calculator» zusammen. Mit wenigen Klicks kann der Laie die Betriebskosten für Antrieb und Schmierung am eigenen Velo errechnen.
Durch rasche Auswahl des verwendeten Schmiermittels, dem gefahrenen Terrain sowie den Anschaffungskosten der Schaltung berechnet das Online-Tool nicht nur die Kosten des Schmiermittelverbrauchs selbst, sondern auch für den Verschleiss von Kette, Kassette und Kettenblatt.

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