Cyclomania: In die Pedale treten und Preise gewinnen

Die Velo-Aktion Cyclomania von Pro Velo geht in die fünfte Runde: Vom 1. bis am 30. September finden 32 regionale Velo-Challenges statt, durchgeführt von 74 Gemeinden. Zusätzlich gibt es eine schweizweite Challenge.

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Anita Wenger
News, 29.08.2024

Wenn es um Mobilität geht, dreht sich die Diskussion zumeist um Automobilität. Das Auto steht für viele Menschen sinnbildlich für Mobilität. Dabei werden die negativen Folgen des privaten Motorfahrzeugverkehrs meist ausgeblendet. Doch diese sind gravierend. Auch in der Schweiz.

Dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) zufolge verursacht etwa die Luftverschmutzung hierzulande 2300 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Die belastete Atemluft führt zu rund 12'000 Fällen von akuter Bronchitis bei Kindern und rund 2300 neuen Fällen von chronischer Bronchitis bei Erwachsenen. Dadurch entstünden jedes Jahr Gesundheitskosten von rund 7 Milliarden Franken, heisst es beim Bafu.

Widerstand gegen Verkehrsberuhigung

Natürlich ist der Motorfahrzeugverkehr nicht alleiniger Verursacher der Luftverschmutzung. Messungen aus Zürich zeigen aber, dass der motorisierte Individualverkehr die Hauptquelle der Stickoxid-Emissionen ist.

Dennoch wird über jede Eindämmung des Autoverkehrs gestritten, werden Tempo-30er-Zonen oder Velovorzugsrouten politisch bekämpft. Warum ist das so?

Ian Walker, Professor für Umweltpsychologie an der Swansea Universität in Wales führt die Ursache auf ein Phänomen zurück, das «Motonormativität» genannt wird. Dabei wird die motorisierte Mobilität als Normalität betrachtet und anders – deutlich positiver – beurteilt als andere Formen der Mobilität.

Motonormativität

Zusammen mit dem niederländischen Wissenschafter Marco te Bömmelstroet, bekannt als «Fietsprofessor», geht Walker in einer Studie den Ursachen der Motonormativität nach. Basierend auf der Befragung von mehr als 2000 Personen in den Niederlanden, Grossbritannien und den USA zeigen Walker und te Bömmelstroet, dass die Beurteilung des Autoverkehrs durch soziale, physische und kulturelle Faktoren beeinflusst wird.

Besonders spannend ist diesem Zusammenhang, dass die meisten der Befragten der Meinung waren, dass sie die Nicht-Auto-Mobilität stärker unterstützen als andere Menschen. «Diese Unkenntnis darüber, was andere Menschen über die autofreie Mobilität denken, kann den Widerstand der Öffentlichkeit gegen Versuche erklären, diese zu fördern», schreiben die Autoren.

Verkehrswende voranbringen

Walker und te Bömmelstroet plädieren dafür, die Verkehrswende an verschiedenen Ecken anzupacken. Zunächst einmal müssten die Menschen ihre Einstellung zum Auto ändern. Sie müssten anerkennen, dass Autofahren zwar für den Einzelnen bequem ist, aber für alle anderen negative Folgen hat.

Weiter empfehlen sie, den Schwerpunkt der Diskussion auf Punkte zu richten, die von einer Mehrheit als wichtig empfunden werden; etwa die Gesundheit der Kinder oder saubere Luft. Das können helfen, die Vorteile von weniger autogerechten Strassen zu erkennen.

Und schliesslich müsse experimentiert werden. Vorübergehende Sperrungen von Strassen für Autos oder die Einrichtung von Pop-up-Velowegen könnten aufzeigen, was möglich ist. Und so dazu beitragen, Widerstände gegen Veränderungen zu überwinden.

Velofahren ist nicht nur gesund, sondern auch eine umweltschonende und platzsparende Art sich im urbanen Raum zu bewegen. 74 Gemeinden fördern deshalb auch dieses Jahr mit der Aktion Cyclomania das Velo. Im Rahmen von 32 regionalen Challenges rufen sie die Bevölkerung auf, sich vom 1. bis am 30. September in den Sattel zu schwingen und fleissig in die Pedale zu treten. Unter allen Teilnehmenden, die das Ziel erreichen, werden Sachpreise im Wert von über 13'000  Franken verlost.

Daneben gibt es die schweizweite «Ride today, save tomorrow»-Challenge, bei der alle Personen teilnehmen können, deren Gemeinde nicht dabei ist. Wer diese Challenge erfolgreich abschliesst, nimmt an der Verlosung von zwei 500 Franken Gutscheinen, gesponsert von Veloplus, teil.

Teilnehmen ist einfach:

  • Die Cyclomania-App herunterladen und zur gewünschten Challenge anmelden.
  • Das integrierte Tracking starten oder die zurückgelegte Strecke manuell eintragen. Jede Etappe ab 500m mit dem Velo oder zu Fuss gibt einen Punkt. Pro drei Kilometer innerhalb einer Etappe gibt es einen zusätzlichen Punkt.
  • Bei jeder Challenge gibt es mehrere Etappenpreise zu gewinnen. Alle Teilnehmenden, die das Ziel von sechzig Punkten erreichen, nehmen an einer Verlosung von attraktiven Sachpreisen teil.

Zusätzlich werden die drei Gemeinden oder Regionen mit den meisten und aktivsten Teilnehmenden ausgezeichnet.

Wer mitmacht gewinnt doppelt

Zum einen winken attraktive Preise, zum anderen helfen die Teilnehmenden Erkenntnisse über den Veloverkehr in ihrer Region zu gewinnen. Durch das integrierte Trackingsystem werden anonymisierte Velodaten generiert, welche den Gemeinden für die Verbesserung der Veloinfrastruktur auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden. Ausserdem können die Teilnehmenden anhand der App ihr Mobilitätsverhalten beobachten und somit einen eigenen Beitrag zur nachhaltigeren Mobilität leisten.

Die kostenlose Cyclomania-App ist im App Store und auf Google Play verfügbar.

Cyclomania ist eine Aktion von Pro Velo in Zusammenarbeit mit der Panter AG und mit Unterstützung von EnergieSchweiz.

Mehr Informationen unter: www.cyclomania.ch  

Die 32 regionalen Challenges sind:

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