Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
News,
17.07.2025
In Basel nehmen die Velodiebstähle seit Jahren zu. Nun soll eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit Abhilfe verschaffen.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
News,
17.07.2025
Vor allem E-Bikes werden in Basel öfter gestohlen. Wie das Onlineportal baseljetzt.ch am 15. Juli 2025 berichtete, ist die Zahl der entwendeten Elektrovelos im Stadtkanton allein im vergangenen Jahr um 36 Prozent gestiegen. Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote erschreckend niedrig: Lediglich rund vier Prozent der Fälle konnten von der Polizei überhaupt aufgeklärt werden. Der Bericht verweist auf ein grenzüberschreitendes Problem, denn viele der gestohlenen Velos tauchen nur wenige Stunden nach dem Diebstahl im benachbarten Elsass wieder auf. Besonders begehrt sind hochwertige E-Bikes im Wert zwischen 2500 und 5000 Franken. Basel gilt dabei als Hotspot im Dreiländereck, nicht zuletzt wegen seiner geografischen Lage und den schnellen Verkehrsverbindungen ins Umland.
Die Ermittlungen gestalten sich auf Schweizer Seite oft als mühsam. Ein zentrales Problem liegt in der fehlenden Identifizierbarkeit vieler Zweiräder: Ohne registrierte Rahmennummer oder GPS-Tracker kann ein sichergestelltes Velo kaum einem Eigentümer zugeordnet werden. Als Folge davon kann selbst ein von der Polizei gefundenes Velo in vielen Fällen mangels Beweislage nicht an die den Besitzer oder die Beisitzerin zurückgegeben werden. Hinzu kommt, dass moderne Ortungssysteme wie AirTags oder GPS-Module nur eingeschränkt nutzbar sind, etwa wenn sie auf ein Privatgrundstück oder ein verschlossenes Gebäude hinweisen. In solchen Fällen darf die Polizei nicht ohne richterliche Anordnung eingreifen – Und schon gar nicht auf französischem Boden.
Angesichts dieser Herausforderungen kündigte die Polizei Basel die Planung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den französischen Behörden im Département Haut-Rhin an. Geplant sind gemeinsame Patrouillen – eine Art binationale Velo-Polizei – die gezielt gegen den organisierten Velodiebstahl im Dreiländereck vorgehen soll. Ziel ist es, nicht nur gestohlene Velos schneller aufzuspüren, sondern auch die Rückführung an die rechtmäßigen Besitzer zu erleichtern. Die Zusammenarbeit soll den Austausch von Informationen und die grenzüberschreitende Polizeiarbeit effizienter machen.
Parallel dazu setzen die Kantone auf Prävention. In Basel-Landschaft können Velos bereits mit einer speziellen Vignette versehen werden, die online registriert ist – ein Modell, das auch in Basel-Stadt diskutiert wird. Dadurch können sichergestellte Velos leichter den Eigentümerinnen und Eigentümern zugewiesen werden.
Der Bericht von baseljetzt.ch weist darauf hin, dass viele der betroffenen Velobesitzer mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. In sozialen Medien schildern sie Fälle, in denen GPS-Standorte in Frankreich zwar vorlagen, die Schweizer Behörden aber keine Maßnahmen ergriffen – oder sich schlicht nicht zuständig erklärten. Die angekündigte binationale Kooperation könnte genau hier ansetzen und dazu beitragen, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Noch ist das Projekt in der Planungsphase, doch der politische Druck, angesichts der wachsenden Zahl an Diebstählen aktiv zu werden, scheint zuzunehmen.

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