Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
01.09.2022
Eine Studie des Wirtschafts- und Finanzprüfers Deloitte beschäftigt sich mit der E-Mobilität. Die Auswertung zeigt, dass E-Bikes Elektroautos deutlich abhängen, wenn es um die regelmässige Nutzung geht.
Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
01.09.2022
Von wegen «Tesla»: Der wahre König der E-Mobilität ist nicht das E-Auto, sondern das E-Bike. (Foto: ZVG)
Wenn von E-Mobilität die Rede ist, fällt meist schnell das Schlagwort «Tesla». Aber das rasante Wachstum des Platzhirsches in Sachen E-Autos und dessen enormer Börsenwert sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Elektrifizierung des Automobils erst sehr zaghaft erfolgt und die Elektrifizierung anderer Fahrzeugkategorien schon viel weiter fortgeschritten ist.
Wie die jüngste E-Mobilitätsstudie der Wirtschafts- und Finanzprüfer von Deloitte zeigt, sticht das E-Bike und damit das Velo alle anderen Kategorien deutlich aus.
E-Bikes werden in Deutschland von allen Trägern der E-Mobilität am häufigsten genutzt und gelten als besonders attraktiv. (Grafik: Deloitte)
Noch vor der Pandemie hatte Deloitte mit einer Studie für Aufsehen gesorgt, die eine Vervielfachung des Marktvolumens für E-Bikes binnen eines Jahrzehnts voraussagte.
In der jüngsten Studie zur E-Mobilität nahm Deloitte die Nutzungshäufigkeit, die Motive und den Zweck der Fahrten mit verschiedenen elektrischen Verkehrsmitteln sowie die dabei zurückgelegten Distanzen unter die Lupe.
Dazu wurden im Mai 2022 insgesamt 1008 Personen über 18 Jahren in Deutschland befragt. 18 Prozent der Antwortenden gaben an, ein Elektrovelo zu benutzen. Zum Vergleich: Die Zahlen für E-Autos und E-Trottinetts liegen bei je 7 Prozent.
Praktisch, spassig und selbst als Sportgerät zu gebrauchen: Das zeichnet E-Bikes aus. (Grafik: Deloitte)
Ein Grund dafür ist, dass das E-Bike von den im Rahmen der Studie abgefragten, elektrischen Verkehrsmitteln als die attraktivste Option beurteilt wurde.
Dies vor allem, weil die Befragten das E-Bike sehr praktisch fanden, weil es eine grössere Reichweite bei weniger Anstrengung erlaubt.
Immerhin 46 Prozent der Befragten sehen im E-Bike eine valable Alternative zu anderen Verkehrsträgern, und vier von zehn Personen bezeichnen E-Bikes als nachhaltige Mobilitätsform.
Dazu kommt, dass 37 Prozent der Befragten Fahrten mit dem E-Bike auch als Spass empfinden und 22 Prozent das Elektrovelo auch für sportliche Ausfahrten nutzen.
In Deutschland werden E-Bikes eher zum Einkaufen, in der Freizeit und beim Sport verwendet – und eher nicht zum alltäglichen Pendeln. (Grafik: Deloitte)
Bemerkenswert ist, dass E-Bikes in Deutschland deutlich mehr für Ausfahrten in der Freizeit als fürs tägliche Pendeln eingesetzt werden: Dies tun nur 29 Prozent der E-Bike-Nutzerinnen.
Hier dürften ausser dem fehlenden Wetterschutz auch die Bequemlichkeit und der Mangel an adäquater Infrastruktur eine Rolle spielen.
Im Gegensatz dazu entfallen 65 Prozent der Fahrten mit E-Autos in Deutschland auf täglich zurückgelegte Pendlerstrecken. Die viel beschworene Verkehrswende findet in Deutschland somit bisher vor allem in der Freizeit statt.
Im Schnitt legen E-Autos in Deutschland pro Fahrt 25 km zurück, während es bei E-Bikes 15 km und bei E-Trottinetts 5 km sind. (Grafik: Deloitte)
Fürs Erledigen der Einkäufe sind E-Bikes auch in Deutschland beliebt: 53 Prozent der E-Bike-Nutzenden geben dies als typischen Gebrauchsfall an. Die Kombination von elektrischen Hilfsantrieben und grosszügig bemessener Traglast, etwa bei Lastenvelos, dürfte diese Art der Verwendung in naher Zukunft weiter verstärken.
Bezüglich der pro Fahrt zurückgelegten Strecke liegen Elektrovelos zwischen E-Autos und E-Trottinetts. Weil schnelle E-Bikes in Deutschland wegen der strengen Gesetzeslage weit weniger verbreitet sind als in der Schweiz, dürfte der Wert hierzulande höher ausfallen – beziehungsweise der Anteil der E-Bike-Pendlerinnen und -Penlder, die jeden Tag 30 Kilometer oder mehr zurücklegen.

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