Ausgezeichnetes Schweizer Design

Innovative Velos und Zubehör werden mit dem «Design & Innovation»-Award ausgezeichnet. Dieses Jahr wurden nicht weniger als acht Schweizer Velohersteller geehrt.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 22.01.2021

Hinter dem «Design & innovation»-Award stehen die vier Publikationen Grandfondo, Enduro Mountainbike Magazin, Downtown und E-Mountainbike. Über die Vergabe der Auszeichnungen entscheidet eine 30-köpfige, internationale Fachjury. Die Produkte werden auch in ihrem vorgesehenen Einsatzbereich in der Praxis getestet – im Gelände wie auch auf der Strasse. Entsprechend begehrt sind die Auszeichnungen in der Fahrradbranche. Dass 2021 acht Schweizer Hersteller mit einem Award ausgezeichnet wurden, ist ein Beleg für die Vitalität und Innovationskraft der hiesigen Branche.

Aufgeräumt und agil

Hinter der Marke Arc8 stehen der nach Taiwan ausgewanderte Jonas Müller und sein Kompagnon Serafin Pazdera. Das Motto von Arc8 lautet: «weniger ist mehr». Das gilt von den Strukturen der Firma über den direkten Draht zum Rahmenhersteller bis zum ausgesprochen aufgeräumten Design der Carbonrahmen. Ausgezeichnet wurde Arc8 für das Gravel-Modell «Eero», dem die Jury Vielseitigkeit, Sportlichkeit und ein markantes Design attestiert. Hervorgehoben werden die saubere Integration der Züge und Leitungen und die Tatsache, dass sich auch Schutzbleche, ein Gepäckträger und bis zu 55 mm breite Reifen am «Eero» montieren lassen.

BMC: Rennfeilen für Strasse und Gelände

Mit dem Rennvelo «Team Machine SLR 01 One» und dem Hardtail-Mountainbike «Two Stroke 01 ONE» schafft es BMC gleich mit zwei Modellen in die Preise. Die «Team Machine» zeige mit den Komponenten von Sram und den leichten Rädern von DT Swiss, dass ein Rennrad auch mit Scheibenbremsen an der 6.8 Kilogramm-Marke kratzen könne, ohne Abstriche bei Handling oder Fahrkomfort. Beim «Two Stroke 01 One» hebt die Jury die moderne, von Enduro-Modellen inspirierte Geometrie hervor, die Agilität mit Zuversicht bergab verbinde. Zudem komme dieses Hardtail für Renneinsätze sehr aufgeräumt daher.

DT Swiss setzt Aero-Laufrad-Massstäbe

Im Erstausrüstungsmarkt gehört DT Swiss zu den grossen Gewinnern der vergangenen Jahre. Und das ist kein Zufall: Der Bieler Hersteller hat enorm in die Weiterentwicklung seiner Produkte investiert – vom «Ratchet EXP»-Freilauf über eigene Tubeless-Ventile bis zur aufwändigen Entwicklung von aerodynamischen Carbonfelgen in Kooperation mit Swiss Side als Aerodynamik-Experten.

Die des «Design & Innovation»-Awards bezeichnet den «ARC 1100 Dicut 62»-Laufradsatz für Rennvelos als neuen Massstab in Sachen Beschleunigung bei Aero-Laufrädern. Zudem glänzten diese Laufräder auch bei Seitenwind mit einem ausgesprochen gutmütigen Handling – nicht selbstverständlich, wenn die Felgen 62 mm hoch bauen.

Flyer sorgt für Spass im Gelände

Mit dem «Uproc 6 9.50» stösst Flyer im E-Mountainbike-Segment in neue, sehr sportliche  Dimensionen vor. Mit einem 29-Zoll-Laufrad und 170 mm Federweg vorne und 27.5-Zoll-Laufrad sowie 160 mm Federweg hinten stösst dieses E-Mountainbike bergab so schnell an keine Grenzen.

Auch bei der Ausstattung des Topmodells schöpft Flyer aus dem Vollen und kombiniert den Carbonrahmen mit dem «Performance Line CX»-Mittelmotor von Bosch samt «Powertube 625»-Akku, «HX 1501 Hybrid»-Laufrädern von DT Swiss, Srams kabelloser «X01 Eagle AXS»-Schaltung und der ebenfalls kabellosen «Reverb AXS»-Variostütze, kraftvollen «MT7»-Scheibenbremsen von Magura samt «HC3»-Bremshebeln und einem hochwertigen Fahrwerk aus der «Factory»-Serie von Fox.

Passende Shorts für Frauen von iXS

Bikewear für Frauen sollte sich nicht auf Pastelltöne und florale Designs beschränken. Auch beim Schnitt und der Passform weichen die Ansprüche von Frauen von denen von Männern ab. Darum setzt iXS bei den «Carve Hip Hugger»-Shorts auf einen Bund ohne Reissverschluss, Klettband oder Druckknöpfe. Stattdessen bildet ein breites, elastisches Band den Bundabschluss, was für definierten Sitz ohne Druckstellen sorgt.

Das Material, aus dem diese eher schlank geschnittenen Shorts geschneidert sind, wird aus rezyklierten PET-Flaschen gewonnen, trägt leicht genug auf für warme Sommertage und ist dennoch robust genug, um auch einmal einen Sturz wegzustecken.

Komfort und Effizienz von Open Cycle

Das Kernteam von Open Cycle setzt sich aus Gerard Vroomen und Andy Kessler zusammen. Damit ist bei diesem innovativen Anbieter von Highend-Carbonvelos die Swissness geboten. Mit dem «MIN.D» ist Open Cycle so nahe an ein klassisches Rennrad wie nie zuvor in der Firmengeschichte gerückt: Der Carbonrahmen und die Gabel sind auf die Verwendung von Scheibenbremsen ausgelegt und mit Steckachsen bestückt. Da die maximale Reifenbreite 32 mm beträgt, ist das «MIN.D» (steht für «Minimal Design») ein Allroad-Rennvelo mit klassisch anmutender Optik, aber angesichts des bis zur Sattelklemmung durchgezogenen Sitzrohrs, der Geometrie und der Sitzposition ein ausgesprochen sportlicher und leichter Vertreter dieser Gattung.

Zwei sehr unterschiedliche E-Bikes von Scott

Bei Scott Sports spielen verschiedenste Varianten von E-Bikes eine zentrale Rolle im Sortiment. Insgesamt bietet die Marke 2021 stolze 72 Modelle mit elektrischem Hilfsantrieb. Prompt kam Scott bei den Awards doppelt in die Kränze. Und das mit zwei sehr unterschiedlichen Konzepten: Das «Addict eRide Premium» vertraut als leichtes E-Rennvelo auf den «X35»-Hilfsantrieb von Mahle-Ebikemotion. Dank diesem kompakten Antrieb wiegt dieses Modell keine 11 Kilogramm und ist optisch kaum als E-Bike zu erkennen.

Ein ganz anderes Kaliber ist dagegen das «Ransom eRide 910». Um die kompakte, vierte Generation des «Performance Line CX»-Mittelmotors von Bosch herum konstruiert, bietet dieses Modell satte 180 mm Federweg an beiden Achsen und ist damit bergab so richtig in seinem Element

Elektrifizierte Allzweck-Waffe von Thömus

Auch Thömus konnte sich einen der «Design & Innovation»-Awards sichern. Ausgezeichnet wurde mit dem «Lightrider E2 Pro» das Flaggschiff der E-Mountainbike-Palette des Berner Herstellers, in dem einige Eigenentwicklung stecken. So wird der neue, kompakte «Steps EP8»-Motor von Shimano mit einem voll integrierten Akku mit einer Kapazität von 726 Wh kombiniert, was die Reichweite steigert.

Die Jury zeigte sich aber auch vom cleanen Look des «Lightrider E2 Pro» und dessen agilem Fahrverhalten und Handling angetan. Dank der Kombination von 140 mm Federweg an beiden Achsen und 29-Zoll-Laufrädern ist dieses E-Mountainbike ausgesprochen vielseitig, kombiniert Reserven fürs Gelände mit einer ausgewogenen Geometrie und glänzt zudem mit einem wirklich attraktiven Preis.

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