Raus aus der Nische: Das Zuricrit 2026 war ein Spektakel für die Masse

Nie zog das Zuricrit so viele Besucherinnen und Besucher an wie an diesem Wochenende. Der Event wird auch dank Rad-Stars wie Demi Vollering und Mauro Schmid immer attraktiver für das velointeressierte Publikum.

Frederic Härri, Redaktor (frederic.haerri@velojournal.ch)
News, 17.08.2026

Es war ein Spektakel, das die Massen begeisterte. Rund 15'000 Menschen kamen und schauten zu, wie sich wagemutige Fahrerinnen und Fahrer in hohem Tempo durch fünf enge Kurven im Zürcher Kreis 4 schlängelten. 

Nie zog das Zuricrit so viele Besucherinnen und Besucher an wie am vergangenen Samstag. Das Konzept des Quartierrennens, es funktioniert. Zu tun hat das sicherlich damit, dass auf dem gerade einmal 1,04 Kilometer langen Rundkurs eine Menge los ist. Die Velos jagen in schöner Regelmässigkeit an den Absperrungen vorbei, die Taktung ist hoch, das Gebotene nicht für den Bruchteil einer Sekunde langweilig. 

Natürlich gehörten auch Stürze dazu, die keiner sehen will. Glücklicherweise mit glimpflichem Ausgang. 

Der Starrlauf-Sieger gerät ins Schwärmen

Höhepunkt des Events war abermals das Fixie-Rennen am späten Abend, das unter Flutlicht gefahren wird und regelmässig eindrückliche Bilder liefert. Der Beste im Starrlauf war der Brite Alec Briggs, der bereits im Vorjahr gewonnen hatte und heuer in einem Anflug von Euphorie kundtat: «This is one of the coolest races in the world!» Im Fixed-Gear-Rennen der Frauen gewann die Schweizerin Meret Zimmermann vor Landsfrau Selina Burch und der Italienerin Paola Panzeri.

Tour-de-France-Siegerin war dabei 

Der Reiz des diesjährigen Zuricrit lag aber auch in der Fülle an klangvollen Namen. Den Organisatoren war es gelungen, für die Profirennen am frühen Abend Radfahrerinnen und Radfahrer von Weltformat für sich zu gewinnen. Erstmals wurden am Zuricit UCI-Punkte ausgeschüttet, was unter anderem Demi Vollering trotz geringem Preisgeld (für den Sieg werden 1000 Franken ausgeschüttet) von einer Teilnahme überzeugte. 

Die im luzernischen Meggen wohnhafte Niederländerin hatte vor wenigen Tagen noch die Tour de France für sich entschieden, nun wurde sie hinter ihren beiden Landsfrauen Loes Adegeest und Babette van der Wolf Dritte. Auf den vierten Platz schaffte es die Schweizerin Noemi Rüegg.

Mauro Schmid bestätigt starke Form 

Einen Schweizer Sieg gab es derweil bei den Männern. Lokalmatador Mauro Schmid brauste als Erster durchs Ziel, womit er seine starke Form bestätigte. Hatte der 26-Jährige an der jüngsten Tour de France doch für den ersten Etappensieg eines Schweizers seit 2020 gesorgt. Lars Forster und Kevin Kuhn – eigentlich meist im Cyclocross aktiv – komplettierten das Podest. 

Das Zuricrit hat den Sprung von Szene-Event zum Massenphänomen also definitiv geschafft, was sich auch am Budget zeigt, das auf 500'000 Franken angewachsen sein soll. Der Rundkurs-Event wird in den kommenden Jahren wohl weiter an internationalem Gewicht gewinnen. Die diesjährige Ausgabe bot jedenfalls beste Werbung für weitere spektakuläre Austragungen.

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