Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
12.02.2026
Seit dem 16. Januar 2026 ist «Velo Region Bern» in Betrieb. Wie die Stadt Bern schreibt, handelt es sich um das dichteste Leihvelo-Netz der Schweiz – mit über 300 Stationen in insgesamt 17 Gemeinden.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
12.02.2026
Das 2018 gestartete System «Velo Bern» hat sich laut Stadt Bern zum meistgenutzten Veloverleihsystem der Schweiz entwickelt. Die Zahl der Fahrten stieg kontinuierlich von gut 1 Million im Jahr 2019 auf 1,9 Millionen im Jahr 2025. Das entspricht durchschnittlich rund 5200 Fahrten pro Tag. An Spitzentagen wurden über 10’000 Fahrten verzeichnet. Werte, die gemäss Stadt in keinem anderen Schweizer Veloverleihsystem erreicht werden.
Mit dem Betriebsstart im Januar 2026 wird das Angebot nun regional ausgerollt. Insgesamt 17 Gemeinden beteiligen sich am neuen System: Belp, Bern, Bolligen, Bremgarten bei Bern, Ittigen, Kehrsatz, Kirchlindach, Köniz, Moosseedorf, Münchenbuchsee, Münsingen, Muri bei Bern, Ostermundigen, Rubigen, Vechigen, Wohlen bei Bern und Zollikofen. Weitere Gemeinden können laut Stadt auch nach dem Start noch dazustossen.
Bereits 2022 unterzeichneten mehrere Gemeinden eine Absichtserklärung für eine gemeindeübergreifende Lösung. 2024 erhielt PubliBike im Rahmen einer Neuausschreibung den Zuschlag für den Betrieb des Systems von 2026 bis 2033.
Aktuell können Velos an mehr als 300 Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden. In den kommenden Monaten sollen weitere Standorte folgen. Damit ist «Velo Region Bern» bereits heute das Netz mit der höchsten Stationsdichte der Schweiz. Auch in anderen PubliBike-Regionen wie Lausanne-Morges oder Zürich ist das System etabliert, doch in Bezug auf Dichte und Anzahl Stationen nimmt die Region Bern nun eine Spitzenposition ein.
Von Januar bis März werden die Velos der bisherigen Flotte durch Modelle der neuen Generation ersetzt. Diese verfügen gemäss Stadt Bern über leistungsfähigere Akkus mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Die Flotte besteht nach Abschluss der Erneuerung aus rund 70 Prozent E-Bikes und 30 Prozent mechanischen Velos. Die Akkus werden mit Ökostrom betrieben, der tiefe Einstieg und die verstellbare Sattelstütze werden beibehalten. Die bisherigen Velos werden gemäss einer Medienmitteilung der Stadt Bern nachgerüstet und in die neue Flotte integriert.
Neu müssen die Velos über eine neue App geöffnet werden. Die Ausleihe per SwissPass bleibt aber weiterhin möglich.
Wie die Stadt Bern mitteilt, orientieren sich die Tarife am öffentlichen Verkehr. Eine Einzelfahrt ohne Abo kostet für 30 Minuten drei Franken auf einem mechanischen Velo, beziehungsweise fünf Franken für ein E-Bike.
Auf Nachfrage von Velojournal präzisiert PubliBike: Diese Preise gelten für sogenannte Spontanfahrer ohne Jahresabo. Nach Ablauf der ersten 30 Minuten werden beim mechanischen Velo zehn Rappen pro Minute, beim E-Bike zwanzig Rappen pro Minute verrechnet.
Von vergünstigten Tarifen lässt es sich mit einem Jahresabo für 69 Franken profitieren. Für Abonnentinnen sind etwa die ersten 30 Minuten mit dem mechanischen Velo kostenlos. Beim E-Bike sind die ersten 30 Minuten für drei Franken erhältlich. Zudem ist das E-Bike-Kontingent im Abo auf die ersten fünfzehn und die zweiten fünfzehn Minuten aufgeteilt. Mit einem Abo zahlt man zwei Franken für die erste Viertelstunde und nur einen Franken für die zweite Viertelstunde. Dies kann auf den ersten Blick kompliziert wirken, ist gemäss PubliBike jedoch nutzerorientiert, da die meisten Fahrten erfahrungsgemäss weniger als fünfzehn Minuten dauern.
Finanziert wird das System als Public-Private-Partnership. Laut PubliBike beteiligen sich die Gemeinden an den Betriebskosten. Hinzu kommen Unternehmen, die das System im Rahmen der Mitarbeitermobilität unterstützen, sowie die Einnahmen der privaten Kundinnen und Kunden.
Die Stadt Bern bezeichnet das Veloverleihsystem als wichtiges Element der nachhaltigen Mobilität in der Region. Die hohe Nutzungszahl zeige, dass das Angebot sowohl von Pendlerinnen und Pendlern als auch von der Bevölkerung breit genutzt werde.
Mit der regionalen Ausweitung und der neuen Flotte setzt Bern seine Strategie fort, das Velo als integralen Bestandteil des Gesamtverkehrssystems zu stärken – und positioniert sich damit im nationalen Vergleich weiterhin an der Spitze der urbanen Bikesharing-Systeme.

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