Neue Velovorzugsroute eröffnet – doch der Weg ist noch weit

Die Realisierung des Abschnitts zwischen Stauffacherquai und See ist für die Stadt Zürich ein Erfolg. Doch Einsprachen verhindern eine raschere Umsetzung des Velovorzugsrouten-Netzes. 24 Kilometer sind aktuell blockiert.

Frederic Härri, Redaktor (frederic.haerri@velojournal.ch)
News, 26.08.2026

Die Stärkung des Veloverkehrs in Zürich schreitet voran, wenn auch nur zaghaft. An diesem Mittwoch jedenfalls durfte die Stadt einen kleinen Erfolg vermelden. In der Flössergasse nahe dem Stauffacherquai weihten die Stadträtinnen Simone Brander und Karin Rykart einen neuen Abschnitt der Velovorzugsroute Bullingerplatz – See ein. 

Rund ein Kilometer lang ist das Teilstück, auf welchem Velofahrende sicher vom Stauffacherquai Richtung Zürichsee gelangen sollen. Damit sind in der Stadt 6,28 Kilometer an Velovorzugsrouten umgesetzt, was sich erst einmal nach einer ganzen Menge anhören mag. Setzt man diesen Wert aber in Relation zum 130 Kilometer langen Velovorzugsrouten-Netz, das in der Theorie bis 2031 entstanden sein soll, ist erst ein sehr kleiner Schritt getan.

Stadträtin ist optimistisch 

Einfach, so viel wurde am Anlass noch einmal bewusst, ist die Umsetzung keineswegs. Rund 24 Kilometer Velovorzugsrouten sind aktuell durch Einsprachen oder Neubeurteilungsbegehren blockiert. Trotzdem zeigte sich etwa Simone Brander zuversichtlich. Die SP-Stadträtin schätzt, dass bis 2031 mindestens 50 Kilometer realisiert werden können. Das mag wahlweise optimistisch oder gar naiv klingen, Brander aber formulierte es mit kämpferischem Mut, als sie sagte: «Wir bleiben dran.» 

Beim eingeweihten Abschnitt zwischen Stauffacherquai und See hatten die Verantwortlichen vergleichsweise wenig Mühe: Es gab keinerlei Einsprachen. Dies obwohl das Projekt unter anderem vorsah, mehr als 60 Parkplätze zu entfernen. Damit es auf der Velovorzugsroute zu keinem Durchgangsverkehr kommt, ist es Autofahrenden nicht mehr möglich, von der Brandschenkestrasse in die Flössergasse abzubiegen. Auch dürfen Autos von der Tödistrasse nicht mehr in die Flössergässe fahren.  

24 Kilometer durch Einsprachen blockiert 

Der Vortritt gilt zumeist den Velofahrenden, die mit möglichst wenigen Unterbrüchen konfrontiert sein sollen. «Wir freuen uns, dass wir den Velofahrenden einen für die Innenstadt bedeutenden Abschnitt übergeben können», sagte Karin Rykart (Grüne). 

Neben der neuen Verkehrsführung und den bekannten grünen Streifen auf der Strasse wurden an manchen Stellen auch die Trottoirs abgesenkt und verbreitert. Doch auch das lokale Gewerbe soll von der Velovorzugsroute profitieren. So sind insgesamt fünf neue Güterumschlagsplätze entstanden. 

Bald freie Fahrt zwischen Altstetten und See?

Der noch ausstehende, zweite Teil dieser Velovorzugsroute (zwischen Bullingerplatz und Stauffacherquai) soll noch in diesem Jahr in Planauflage gehen, wie die Stadt mitteilt. Ist auch dieses Stück geschafft, ist von Altstetten bis zum See eine durchgehende Fahrt möglich. 

Zum Stand der Umsetzung der Velovorzugsrouten informiert die Stadt Zürich unter diesem Link.

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