Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
26.08.2021
Tempo 30 hilft, Unfälle zu vermeiden und reduziert die gesundheitsschädliche Lärmbelastung des motorisierten Verkehrs. Zürich und Winterthur bauen ihre Tempo-30-Zonen aus. Andere Schweizer Städte wollen folgen.
Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
26.08.2021
Der Zürcher Stadtrat hat im Sommer beschlossen, Tempo 30 weitgehend auf allen Zürcher Strassen bis 2030 einzuführen. In den letzten Jahren wurden bereits zahlreiche Temporeduktionen vorgenommen. Aber anders als in den zwei früheren Etappen, will der Stadtrat jetzt das Tempo auf Strecken drosseln, auf denen Trams und Busse verkehren.
Auch in der zweitgrössten Stadt des Kantons soll es gemächlicher zugehen. Bis in 20 Jahren will auch Winterthur auf fast allen Strassen Tempo 30 eingeführt haben. Beide Städte möchten durch die Temporeduktion die Lärm- und Umweltbelastungen senken und den Fuss- und Veloverkehr sicherer machen.
Die Entwicklung Richtung Tempo 30 schreitet in anderen Städten ebenfalls voran. In der Hauptstadt Bern sind bereits knapp zwei Drittel des Strassennetzes verkehrsberuhigt, in Luzern sind es nach Angaben der Stadt circa 60 und in Basel 56 Prozent. Genf möchte flächendeckend Tempo 30 einführen und Fribourg wenigstens auf 75 Prozent des Stadtgebiets. Lausanne führt bereits ab September 2021 nach erfolgreichen Pilotversuchen auf fast dem ganzen Stadtgebiet eine Tempo-30-Begrenzung während der Nacht ein.
Dass immer mehr Tempo-30-Zonen entstehen, ist aber auch dem Gesetz geschuldet: Das Bundesrecht verpflichtet die Städte und Gemeinden, Strassenabschnitte mit zu hoher Lärmbelastung zu sanieren. Die Reduzierung auf Tempo 30 ist dabei eine einfache und günstige Massnahme. Bei einer Temporeduktion von 50 auf 30 km/h nimmt der Lärmpegel um drei Dezibel ab. Das klingt zwar nach wenig, allerdings kommt das in der Wahrnehmung der Lärmbetroffenen einer Halbierung des Verkehrs gleich.
Zudem gehen sowohl die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU wie auch das Bundesamt für Strassen Astra davon aus, dass mit Tempo 30 statt 50 die Zahl der schweren Unfälle um etwa ein Drittel reduziert werden kann. Auch der oft als grosser Nachteil genannte Grund, dass sich für den in der Stadt sehr wichtigen öffentlichen Verkehr die Fahrzeiten verlängern, widerlegt das Astra mit einer Studie. Laut dem Bundesamt für Strassen werden sich die Reisezeiten in der Regel nur um wenige Sekunden verlängern oder sogar verkürzen, weil der Verkehr weniger stockt.
Auch Pro Velo setzt sich aus oben genannten Gründen für Tempo 30 in Städten ein. In zahlreichen Städten wurden entsprechende Petitionen eingereicht. Im Moment arbeitet beispielsweise Pro Velo Schaffhausen daran, auf zehn Strassen in der Stadt das Tempo zu reduzieren.

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