Seraina Etter
Reisen,
17.09.2025
Auf dem Velosattel lässt sich die Schweiz mit der Familie besonders umweltbewusst und entspannt erkunden. Riesig ist die Auswahl an einfachen, gut befestigten Strecken ohne viel Verkehr oder Steigungen. Zwei Tipps.
Seraina Etter
Reisen,
17.09.2025
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Mit rund 12 000 signalisierten Velokilometern bietet Schweiz Mobil ein grosses ausgeschilderte Routennetz. Darunter befinden sich auch ausgewählte Touren für Familien. Für Velojournal hat Schweiz Mobil zwei besonders schöne Touren herausgepickt.
Wenn es auf der Alpennordseite schon herbstlich kühl werden kann, gibt es im Tessin oft noch sommerliche Tage – perfekt, um die Magadinoebene zu erkunden. Unterwegs warten mediterranes Flair und tierischer Spass für die ganze Familie.
Bellinzona ist der Startpunkt dieser einfachen Velotour. Ein Abstecher zu den drei mittelalterlichen Burgen ist ein Muss: Die Festungsanlagen, die die Stadt dominieren, sind Unesco-Weltkulturerbe. Bei gutem Wetter sieht man von hier zum Lago Maggiore, in dessen Richtung nun gefahren wird. Apropos Velo: Wer kein eigenes dabeihat, kann beim Bahnhof Bellinzona vorgängig ein Mietvelo reservieren. Auch Kindervelos und -anhänger sind verfügbar.
Dann geht es los – meist flach wird parallel zum Fluss Ticino die Magadinoebene erkundet. Geologisch gesehen markiert sie die Grenze zwischen den Kontinentalplatten Europa und Afrika. Der flache Landstrich wird auch als «Tessiner Gemüsegarten» bezeichnet, ein Grossteil der Produktion stammt von hier. Mais- und Obstplantagen, Kühe, Katzen und Hühner ziehen an einem vorbei. Hofläden verkaufen Spezialitäten, die sich wunderbar als Wegstärkung eignen. Auch auf Familienbesuche sind sie vorbereitet – ob mit Spieltraktoren, Schaukeln, Malsachen oder der Möglichkeit, Tiere zu streicheln. Tierisch geht es weiter: Die Sumpflandschaft «Bolle di Magadino» am Ostufer des Lago Maggiore ist Lebensraum verschiedener Vögel, Amphibien, Libellen und Schmetterlinge. Langweilig wird der Ausflug also bestimmt nicht.
Spass macht auch der Abschnitt rund um Tenero, wo es zahlreiche Badestrände gibt. Badesachen also unbedingt einpacken und die Tour mit einem Sprung in den Lago Maggiore beenden. Falls es dafür zu kalt ist, kann auch einfach gemütlich durch Locarno flaniert werden. Mit ihren Palmen und Zitronenbäumen versprüht die Stadt das ganze Jahr über mediterranes Flair. Die Piazza Grande – bekannt für das Filmfestival Locarno – ist der passende Abschluss der Tour durch die Schweizer Sonnenstube.
Percorso Valle Maggia, Etappe 1
Start/Ziel: Bellinzona – Locarno
Länge: 22 km
Höhenmeter: 90 m aufwärts, 130 m abwärts
Untergrund: Asphalt
Gemütlich der Aare entlang pedalen, irgendwo baden und grillieren, Störche beobachten, eine Schifffahrt und als Abschluss die mediterrane Stimmung an der Solothurner Riviera geniessen. All das erwartet Familien auf dieser Velotour.
Der Grossteil der Strecke verläuft nahezu eben. Zudem warten unterwegs spannende Pausenstopps, auch eine Erfrischung in der Aare ist fast überall möglich. Und wenn es dann doch nicht mehr gehen sollte: rauf aufs Schiff und eine Teilstrecke ganz gemütlich vom Wasser aus geniessen (Velotransport beschränkt).
Ein Abstecher in die hübsche Altstadt von Biel lohnt sich vor der eigentlichen Tour. Wem der Sinn nicht nach Stadtbummel steht, fährt direkt nach Nidau weiter. An der Aare angekommen, rollt es sich fast wie von selbst. Beim Stauwehr Port gibt es einen ersten Rastplatz. Die kurz darauf folgende Erdburg Guldhubel Kurz, einst Sitz der Ritter von Pfeid, lädt zu einem Abstecher. Vor Ort informiert eine Tafel über die einstige Burg.
Weiter gehts geradeaus bis zum Rastplatz Schwadernau mit Grillstelle. Falls es noch nicht Zmittagzeit ist, gehts weiter bis Meienried und zur Alten Aare. Der Abschnitt des ursprünglichen Flusslaufes umfliesst in einer hübschen Schlaufe das Naturschutzreservat Häftli. Vom Beobachtungsturm aus geniesst man Einblicke in die Vogelwelt und einen Rundblick auf die Jurakette. Der idyllische Rastplatz Höll mit Bänklein, Feuerstelle und Blick auf den Weiher bietet sich ebenfalls fürs Picknick an. Büren an der Aare ist jetzt nicht mehr weit weg. Unbedingt die Holzbrücke überqueren und einen Blick ins bezaubernde Städtchen werfen.
Halbzeit! Wer möchte, kann jetzt einen Teil mit dem Schiff zurücklegen. Zum Beispiel bis nach Grenchen, wo ein Abstecher zum Findlingsgarten eingeplant werden kann. Gleich nebenan: die Badi mit Rutschbahn und ein Pumptrack. Ein Pflichthalt ist Altreu, Heimat der grössten Storchensiedlung der Schweiz. 1948 startete hier ein Wiederansiedlungsprojekt, mittlerweile brüten die Weissstörche erfolgreich. Im Infozentrum Witi kann man mehr dazu erfahren.
Solothurn ist nun nur noch einen «Storchen-Flügelschlag» entfernt. Kinder, die die über 30 Kilometer geschafft haben, dürfen auf jeden Fall stolz sein. Das Glace an der Solothurner Riviera haben sie sich verdient.
Aare-Route, Etappe 5
Start/Ziel: Biel (Nidau) – Solothurn
Länge: 31 km
Höhenmeter: 100 m aufwärts, 100 m abwärts
Untergrund: 18 km Asphalt, 13 km Naturbelag
Weitere Touren geplant? Auf Schweiz Mobil finden Interessierte 16 Velotouren, die sich speziell für Familien eignen. Sie führen über Strassen mit wenig Verkehr, sind sicher, mehrheitlich flach und technisch einfach. Zudem wurde bei der Auswahl darauf geachtet, dass die Wege breit genug sind für Veloanhänger, oder um bei Bedarf nebeneinander fahren zu können. Nicht zuletzt sollen sie unterwegs spannende Attraktionen bieten. Schweiz Mobil möchte mehr Menschen für das Velofahren begeistern und sieht bei familienfreundlichen Touren ein grosses Potenzial. Das Angebot wird laufend erweitert.

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