Ausprobiert: Canyon «Precede:On»

Der deutsche Onlineanbieter stellt ein schlichtes Stadt-E-Bike auf die Räder. Die Testfahrt über rund 200 Kilometer zeigt, ob das Bike hält, was es verspricht.

Marius Graber, Redaktor (marius.graber@velojournal.ch)
Ausprobiert, 03.05.2021

Beim «Precede:On» sieht man keine Kabel: keine Bremskabel, keine Schaltkabel, keine Stromkabel für Motor oder Display. Beim Cockpit verschmelzen Lenker, Lenkervorbau und Steuerrohr zu einer Einheit. Bremshebel, Display und Scheinwerfer sind komplett in die Carbonkonstruktion integriert. Das macht alles übersichtlich und hübsch. Doch eine Anpassung der Lenkerposition auf die Fahrerin oder den Fahrer ist dadurch in keiner Weise möglich.

Auch der Rahmen ist aus Carbon gefertigt. Die Integration des Akkus in das Hauptrohr ist elegant gelöst. Der Akku lässt sich einfach nach oben entfernen. Der getestete Tiefeinsteiger-Rahmen erwies sich aber als wenig steif, was gerade mit Gepäck oder bei schwereren Fahrern spürbar wird. Freihändig fahren war für den Tester (der für den Rahmen etwas zu gross war) nicht möglich.

Canyon kombiniert die automatische Nabenschaltung von Enviolo mit dem Gates-Zahnriemen. Die Automatikschaltung bedarf keines Schaltgriffes. Die Einstellungen werden über die kleine Bedieneinheit des Bosch-Motor-Systems auf der linken Lenkerseite vorgenommen. Damit legt man die Tretgeschwindigkeit fest. Hat man die passende Trittfrequenz gefunden, variiert das System während der Fahrt ganz unauffällig die Gänge. Einzig bei Tretunterbrechungen schaltete das System nach Gusto des Testers auf etwas gar leichte Gänge, sodass beim Weitertreten oftmals ein unerwartet kleiner Gang eingelegt war.

Canyon «Precede:On», stufenlose Nabenschaltung Enviolo «Automatiq Sport», Bosch-«Performance Line CX»-Motor, interner 500-Wh-Akku, Fr. 5149.–

Getestet: Über 200 Kilometer Alltags- und Freizeiteinsatz.

+ smarte, aufgeräumte Erscheinung

+ praktisches, automatisches Schalten

- Tiefeinsteiger-Rahmen zu wenig steif

www.canyon.com