Zürich: Startschuss für die Velovorzugsroute zum See

Ab Mitte Februar 2026 rollen die Bagger für eine wichtige Verbindung in der Zürcher Innenstadt: Der erste Abschnitt der Velovorzugsroute «Bullingerplatz–See» wird realisiert. Die Stadt meldet noch weitere Verbesserungen.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 02.02.2026

Wer in Zürich mit dem Velo vom Kreis 4 an den See möchte, musste sich bisher oft durch den dichten Verkehr schlängeln. Das soll sich nun ändern. Wie die Stadt Zürich mitteilt, beginnen am 16. Februar 2026 die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der neuen Velovorzugsroute «Bullingerplatz–See».

Vom Stauffacher direkt an den See

Der Fokus liegt auf dem Teilstück zwischen dem Stauffacherquai und dem Seebecken. Die neue Streckenführung leitet Velofahrende künftig vom Stauffacherquai über die Selnaustrasse, die Sihlamtsstrasse und die Flössergasse in die Tödistrasse. Ziel ist eine sichere und intuitive Verbindung direkt ans Wasser.

Läuft alles nach Plan, müssen sich die Zürcherinnen und Zürcher nicht lange gedulden: Bereits ab Herbst 2026 soll die Strecke befahrbar sein. Stadträtin Simone Brander sieht darin einen entscheidenden Schritt: «Die Velovorzugsrouten sind ein wichtiger Teil unserer ‹Velostrategie 2030›. Sie leisten einen relevanten Beitrag zur Mobilitätswende.»

Anschluss am See bleibt vage 

Für Velofahrende ist dann aber noch nicht alles gelöst. Die Velovorzugsroute endet gemäss aktuellen Plänen am vierspurigen General-Guisan-Quai – allerdings nicht auf Höhe des dortigen Fuss- und Veloübergangs. Personen, die mit dem Velo in Richtung Seebecken wollen, stranden somit im Nichts. Wie dieser «Missing Link» geschlossen werden soll, liess das Tiefbauamt auf Anfrage der «NZZ» offen: Die Lösung dieser Lücke sei Teil eines anderen Projekts, das sich noch in Planung befinde.

Lückenschluss Richtung Hauptbahnhof

Nicht nur Richtung See, auch auf der Achse «Altstetten–Hauptbahnhof» geht es voran. Der Abschnitt zwischen Stauffacherstrasse und Kasernenstrasse steht kurz vor der Vollendung und wird laut Stadtangaben noch in diesem Frühling fertiggestellt. Damit schliesst sich eine weitere kleine Lücke im städtischen Vorzugsroutennetz.

Sicherheitsausbau: Die wichtigsten Massnahmen 2026

Neben den grossen Routen setzt das Sicherheitsdepartement unter Stadträtin Karin Rykart auch im laufenden Jahr auf verschiedene Verbesserungen. «Es ist wichtig, dass wir zusätzliche punktuelle Massnahmen umsetzen, um die Sicherheit zu erhöhen und die Menschen in Zürich für das Velofahren zu begeistern», so Rykart.

Hier wird 2026 gebaut und markiert

  • Hardstrasse (Kreis 4/5): Zwischen der Josefstrasse und der Heinrichstrasse erhalten Velofahrende mehr Platz durch breite Velostreifen. Dafür wird die Anordnung der Autoparkplätze angepasst.
  • Manessestrasse (Kreis 3): Ein Projekt nähert sich dem Abschluss. Zwischen Manesseplatz und Sihlcity wird ein baulich abgetrennter Veloweg fertiggestellt. Die Unterführung kann künftig in beide Richtungen sicher befahren werden.
  • Rudolf-Brun-Brücke (Kreis 1): Die Brücke erhält ein umfassendes Velo-Update. Neue Streifen, Veloweichen, eigene Veloampeln und die Möglichkeit zum indirekten Linksabbiegen sollen die komplexe Situation entschärfen.
  • Sihlhölzlibrücke: Hier ist Geduld gefragt, aber Besserung in Sicht. 2026 starten die Bauarbeiten zur Verbreiterung der Brücke, um langfristig mehr Raum für den Velo- und Fussverkehr zu schaffen.

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