Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
28.04.2021
Verkehrskreisel sind Velounfall-Hotspots. Ein Pilotprojekt der Suva soll den Unfällen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) auf den Grund gehen und Erkenntnisse für Sensibilisierungskampagnen liefern.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
28.04.2021
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer entdecken das Velo als Fortbewegungsmittel in Alltag und Freizeit. Die Infrastruktur – Velowege und Radstreifen – ist hierzulande aber vielerorts wenig bis gar nicht auf die Bedürfnisse von Velofahrenden ausgerichtet. Das zeigt sich auch anhand der Unfallzahlen. Die Unfallstatistik bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau.
Werden die Unfälle genauer analysiert, so zeigt sich, dass insbesondere in Verkehrskreisels viele Menschen mit Fahrrädern verunfallen. Bei jedem dritten Unfall im Kreisel ist eine Velofahrerin oder ein Velofahrer involviert. Die Radfahrenden tragen aber nur in vier (!) Prozent der Fälle die Schuld am Unfall. Meist werden Personen auf Fahrrädern von Automobilistinnen und Automobilisten aufgrund fehlender Achtsamkeit «übersehen» und umgefahren.
«Wer mit dem Velo in einen Kreisel fährt, begibt sich in eine besondere Dynamik des Strassenverkehrs.»
Suva
«Wer mit dem Velo in einen Kreisel fährt, begibt sich in eine besondere Dynamik des Strassenverkehrs», schreibt die Unfallversicherung Suva in einer aktuellen Mitteilung. Viele Verkehrsteilnehmende seien sich nicht bewusst, dass ein Velo im Kreisel in der Mitte der Fahrbahn fahren dürfe. Dort sei es für alle Fahrzeuge gut sichtbar, werde kaum mehr übersehen, abgedrängt oder umgefahren.
Zusammen mit der Stadt Luzern und dem Planungsbüro Swisstraffic lanciert die Suva ein neues Pilotprojekt. An drei verschiedenen Kreiselstandorten in der Stadt Luzern werden von Ende April bis Ende September die Fahrwege der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ausgewertet. Laut Mitteilung kommt dabei modernste Technik zum Einsatz. Kameras zeichnen die Fahrwege im Kreisel auf. Gleichzeitig führen die Suva und Luzern in der Stadt und auf Social-Media-Kanälen eine Sensibilisierungskampagne durch. Diese richtet sich sowohl an Velofahrende als auch an Automobilistinnen. Die Botschaft lautet: «Zeig Dich im Kreisel: Velos fahren in der Mitte!»
Nach Abschluss des Pilotprojekts erfolgt die Datenanalyse. Mithilfe einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Software versucht ein Expertenteam herauszufinden, ob sich die Wege im Kreisel dank der Kampagne verändert haben. «Im Idealfall lässt sich die gewünschte Verhaltensänderung – mehr korrekte Kreiseldurchfahrten von Velos – an den Aufzeichnungen nachvollziehen. Dann wäre das Ziel erreicht», heisst es bei der Suva. Die Erkenntnisse flössen in zukünftige Präventionsmassnahmen der Versicherung und der Stadt Luzern ein.

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