Editorial

Das Velo eröffnet neue Perspektiven.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velojournal.ch)
15.07.2026

Liebe Leserinnen und Leser 

Fahrtwind im Haar, Sonne im Gesicht – und an jeder Kreuzung die Möglichkeit, den eigenen Weg zu wählen. Velofahren bedeutet für mich Freiheit. Doch Freiheit entsteht nicht einfach, weil zwei Räder unter uns rollen. Sie braucht Platz, gute Ideen und manchmal auch den Mut, an der nächsten Kreuzung einen unbekannten Weg einzuschlagen und Gewohntes zu hinterfragen. 

Genau das tun wir in dieser Ausgabe. Wir blicken nach vorne und fragen, wie sich die Tour de Suisse, das grösste Velorennen des Landes, weiterentwickelt. Und wie das Veloland Schweiz für Gravel-Fans der Zukunft aussehen könnte. Wir begleiten Menschen, die neue Wege gehen: Die Spuren des Tourenführers Theophil Gubler weisen in den hügeligen Jura, mit der Velo-Weltreisenden «Baba» geht die Fahrt bis nach Madagaskar oder mit dem Fotografen Flurin Leugger in die Camargue, wo Flamingos dank dem Velo CO₂-neutral abgelichtet werden. 

Auch praktische Ideen mit Mut für Neuerungen kommen nicht zu kurz. Wir zeigen, wie Bikepacking-Taschen in Kleinserie hergestellt werden, und geben Tipps für Gravelbike-Abenteuer mit Kindern. Unsere Marktübersicht bietet einen umfassenden Blick über die Neuerungen dieser Saison. Oft sind es aber auch kleine Dinge, die unterwegs den Unterschied machen, wie etwa ein Multitool, das im richtigen Moment aus einer Panne nur eine kurze Pause werden lässt. Mehr dazu in unserem Produktetest. 

So unterschiedlich die Geschichten auch sind, sie verbindet eine gemeinsame Idee: Das Velo befreit und eröffnet neue Perspektiven. Es lässt uns unsere Umgebung mit anderen Augen sehen. Wer aufs Velo steigt, entscheidet sich oft unbewusst für einen neuen Rhythmus. Vielleicht liegt genau darin seine grösste Stärke: Es entschleunigt, ohne auszubremsen, und schenkt dadurch eine besondere Form von Freiheit.

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