Im April 2018 startete – mit mehreren Jahren Verspätung – der Veloverleih «Züri Velo» in der grössten Schweizer Stadt. Das konzessionierte Angebot wird von Publibike, einem Tochterunternehmen von Postauto Schweiz betrieben. Angefangen mit 35 Stationen und etwas mehr als 300 Velos wurde das System sukzessive ausgebaut. Heute können rund 2000 Züri-Velos an 150 Stationen auf Stadtgebiet ausgeliehen werden.
Auftrag erfüllt
Damit sei der Aufbau des Verleihsystems gemäss öffentlicher Ausschreibung und Vertrag mit Publibike erfüllt, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Zürich vom 14. Januar. Der Stadtrat habe daher dem Gemeinderat die Abschreibung der Motion beantragt.
Ende gut ...
«Die Züri-Velos sind kaum mehr aus dem Stadtbild wegzudenken: Es wurden bereits über 1 Million Fahrten getätigt», schreibt das städtische Tiefbauamt. Daten von Publibike zeigen, dass das Verleihangebot in der Stadt Zürich rege genutzt wird. Vor allem im vergangenen Sommer zogen die Nutzerzahlen markant an.
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... noch nicht alles gut
Seit dem Start hat das Angebot von Publibike mit wechselnden Problemen zu kämpfen. So machte im Sommer 2018 die Meldung die Runde, dass sich die Schlösser der Velos kinderleicht knacken lassen. Der Anbieter zog daraufhin in Bern und Zürich alle Fahrräder ein, um sie nachzurüsten. Das Angebot musste vorübergehend ruhen.
Aktuell scheint das System von Publibike noch (immer) an Kinderkrankheiten zu leiden. Laut «Tages-Anzeiger» berichten Züri-Velo-Kunden wiederholt von Problemen: Mal klappt das Ausleihen nicht, mal streikt das System bei der Rückgabe eines Velos.
«Sehr gute Idee aber miserable Umsetzung. Die Fahrräder entsperren erst beim zweiten Versuch und teils gar nicht. Das Konzept macht daher keinen Sinn, da ich nicht jedes Mal eine halbe Stunde zusätzlich einrechne, um das Fahrrad zu entsperren bzw. um den Bus zu nehmen», schreibt ein User stellvertretend für zahlreiche weitere negative Rückmeldungen im Google Play Store, wo die App heruntergeladen werden kann.
Neben technischen Problemen geriet Publibike auch im Zuge des Postauto-Skandals ins Kreuzfeuer. So ergab eine Prüfung der eidgenössischen Finanzkontrolle, dass die Post seit dem Start knapp 11 Millionen Franken Verlust mit Publibike einfuhr. Alleine für das Jahr 2017 habe sich das Minus auf 5 Millionen Franken belaufen, stand im Bericht nachzulesen.
Foto: Fabian Baumann / Grafik: Velojournal (Daten Publibike)







