Zu viele Tote auf Schweizer Strassen

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13.03.2018

Was Verkehrsunfälle betrifft, war 2017 kein gutes Jahr. 230 Menschen verloren ihr Leben. Damit wurden im Schweizer Strassenverkehr mehr Menschen getötet als im Vorjahr. Das zeigt das Unfallregister des Bundesamtes für Strassen Astra.


Der Anstieg der Todesfälle ist laut Astra auf eine Zunahme der tödlichen Velo- und Töffunfälle zurückzuführen. Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 30 Radfahrende und sieben Personen auf E-Bikes im Verkehr getötet. Motorradunfälle forderten mehr als 50 Todesopfer.

Der Elektroveloboom (siehe auch «Mountainbikes an der Steckdose») wirkt sich auf die Unfallzahlen aus. Jedes Jahr gibt es in der Schweiz mehr schwer verletzte E-Bike-Fahrende. Laut Astra weist die Unfallkurve seit 2010 ununterbrochen nach oben.

Pro Velo Schweiz zeigt sich ob der Unfallzahlen alarmiert. «Es sterben immer noch zu viele Velo- oder E-Bike-Fahrende auf unseren Strassen oder werden schwer verletzt», sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Bettina Maeschli auf Anfrage von Velojournal. Und eine Trendumkehr sei nicht in Sicht.

Der Interessenverband fordert, dass die Velowege in der Schweiz ausgebaut werden. Nur so könne man die Sicherheit der Radfahrenden effektiv verbessern. «Pro Velo Schweiz hat deshalb auch die Veloinitiative lanciert. Der Verfassungsartikel zum Velo kommt voraussichtlich noch dieses Jahr vors Volk und soll dem Ausbau der Veloinfrastruktur Schub geben», führt Maeschli aus.

Auch beim Astra denkt man über Sicherheitsmassnahmen nach. In einer am 12. März verschickten Medienmitteilung kommt das Bundesamt jedoch zu einem etwas anderen Schluss als Pro Velo.

«Zur Verbesserung der Sicherheit, namentlich für Fahrerinnen und Fahrer von schnellen E-Bikes, wird die Einführung einer Lichtpflicht geprüft», schreibt das Astra.

Weitere Informationen
Mountainbikes an der Steckdose
Unfalldaten der Schweiz  

 

 Foto: pixabay.com

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