Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
13.02.2025
Eine Untersuchung aus Nordeuropa widerlegt die oft geäusserte Geringschätzung des Velos als Verkehrsmittel der Zukunft. Dabei müsste seine Rolle als Mobilitätsträger zur Verhinderung von C02-Emissionen gefördert werden.
Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
13.02.2025
Sind die Velowege vom Schnee geräumt, wird auch im Winter Velo gefahren. (Bild: Freepik, KI-generiert)
Seit 2023 arbeiten Nordregio und die European Cyclists’ Federation (ECF) mit dem Netzwerk Nordic Cycle Power Network zusammen. Darin diskutieren Hauptstädte und regionale Behörden im nordischen Raum über die Herausforderungen und bewährten Praktiken des Radfahrens. Die Studie «Debunking cycling myths» widerlegt acht gängige Mythen über die Rolle des Fahrrads im nordischen Verkehr und bietet evidenzbasierte und praktische Vorschläge für Verkehrsplaner und Entscheidungsträger.
Die Verfasser der Studie betonen, dass das Fahrrad zwar keine universelle Lösung für die Probleme der nordischen Städte ist, aber für eine sinnvolle Neugestaltung der Mobilität und der gebauten Umwelt berücksichtigt werden sollte.
Dem gängigen Vorurteil, dass «Radfahren ist zur Erholung und Freizeitgestaltung nützlich, jedoch nicht als Transportmittel», entgegnet ECF, dass etwa 90 Prozent der Menschen zu Fuss zu öffentlichen Verkehrsmitteln gelangen. Daraus folgert er, dass der Zugang zu diesen Stationen per Velo die Nutzerzahlen erhöhen könnte. Nordic Cycle Power Network betont deshalb, das mit der Integration des Velos in multimodale Verkehrssysteme Pendler und Reisende nachhaltige Mobilitätsentscheidungen treffen könnten. Ähnliches zeigt sich auch in der Untersuchung der «15-Minuten Schweiz» – eine Untersuchung zur Erschliessung der letzten Meile von Velojournal in Zusammenarbeit mit dem Hochparterre.
Häufig wird das Velo als Schönwettergefährt belächelt. Auch dies kontert das Netzwerk. Eine Studie aus dem schwedischen Luleå zeigte, dass Radfahren auch im Winter attraktiv bleibt, wenn Stadtplaner spezifische Design-, Politik- und Managementanforderungen für den Winterverkehr entwickeln.
Der Ausbau und die Wartung hochwertiger Veloinfrastruktur ermögliche das Velofahren das ganze Jahr über. Kommunen müssten daher die Wartung von Radinfrastruktur in ihren Mobilitätsbudgets und Ressourcen berücksichtigen. Ein regionaler Aktionsplan für die Schneeräumung von Radwegen, einschliesslich Veloparkplätzen macht das Velo auch zum Wintervehikel. Wie immer gilt: Ist die Infrastruktur da, wird sie auch genutzt.
Zum ganzen Projekt und allen Mythen geht es hier.

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