Velo statt LKW in Nigeria

Um die Transportkosten und Treibstoffausgaben zu senken, baut ein nigerianischer Tüftler E-Cargobikes. Die kostengünstige und CO2-arme Alternative zu Lastwagen wird vor allem von Händlern für den Warentransport genutzt.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 11.08.2023

Tolulope Olukokun, CEO von Thinkbikes aus Ibadan, baut mit seinem Team bis zu fünf E-Lastenvelos pro Tag. Damit will er dem Problem der steigenden Preise in Nigeria entgegenwirken. Sobald nämlich der Benzinpreis steigt, steigen auch die Transportkosten für die Händler. Diese wiederum geben die Teuerung an ihre Kunden weiter. Problematisch ist vor allem, dass die Preise nach einer Erhöhung nicht wieder fallen.

Ein Velo, das viele Probleme löst

Zu den Hauptabnehmern von Olukokuns E-Lastenvelos gehören lokale Händler und kleine Unternehmen. Mit den dreirädrigen Gefährten sind auch sie unabhängiger von Öl- und Spritpreisen. Ausserdem belasten die Cargobikes nicht nur das Budget, sondern auch die Umwelt deutlich weniger als herkömmliche Lastwagen. Die deutlich wendigeren Velos haben aber auch noch einen weiteren Vorteil: Es können damit auch engerer Strassen und Pfade befahren werden.

Kühlboxen aus recycelten Akkus

Mit den selbst gebauten E-Lastenvelos aus Olukokuns Werkstatt können die Händler mit einer Akkuladung mindestens 50 Kilometer weit fahren. Damit die Waren trotz der hohen Temperaturen lange frisch bleiben, wird eine Box mit Kühleinheit auf die Velos gebaut, die mit herausnehmbaren Paketen aus recycelten Lithium-Ionen-Akkus aus alten Laptops betrieben wird.

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