Dominic Redli,
Autor
(redli@cyclinfo.ch)
News,
17.08.2021
Der Begriff «Sharing Economy» ist heute in aller Munde. Gerade im Bereich der Mobilität nimmt die Zahl von Sharingangeboten stetig zu. Eine Übersicht.
Dominic Redli,
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(redli@cyclinfo.ch)
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17.08.2021
Die Idee der Sharing Economy: Alles, was nicht dauerhaft genutzt wird, kann vermietet werden. (Foto: Cargomobil)
Das Thema ist nicht zuletzt dank dem internationalen Erfolg der beiden Aushängeschilder in diesem Geschäft populär: Airbnb und Uber. Sie und viele andere Unternehmen haben dafür gesorgt, dass «klassische» Branchen, wie etwa das Hotel- und Taxigewerbe, in den letzten Jahren regelrecht auf den Kopf gestellt wurden.
Das Konzept der Sharing Economy ist bestechend einfach: Alles, was nicht dauerhaft genutzt wird, kann vermietet werden. Zwar ist das Prinzip des Teilens und Mietens an sich kein neues Phänomen. Aber die Sharing Economy von heute hat sich erst in den Nullerjahren als Folge der Digitalisierung und der Verbreitung von Smartphones entwickelt.
Meist wird der Kontakt zwischen Anbieter und Interessenten über eine Onlineplattform hergestellt. Und Sharing Economy liegt im Trend: Menschen mieten und vermieten Gegenstände und Dienstleistungen zunehmend über solche Webseiten. Dabei unterscheidet man zwischen reinen Vermittlungsplattformen, die Mieter und Vermieter zusammenbringen und Betreibern, die zusätzlich selbst bestimmte Waren oder Dienstleistungen anbieten. Zu Ersteren gehören beispielsweise Sharely oder Match my Bike, zu Zweiteren Bikesharing-Unternehmen wie etwa Bond Mobility.
Gerade im Bereich der Mobilität nimmt die Zahl von Sharingangeboten stetig zu, die zuweilen auch mit Steuergeldern gefördert werden, wie das Beispiel von Pick-e-Bike in Basel zeigt. Neben bereits etablierten Unternehmen wie Publibike oder Lime startete diesen Sommer die Ruuf AG mit einem Sharingprogramm für Veloanhänger von Hinterher namens Cargotrailer.ch.
Die immer vielfältigeren Sharingangebote erfreuen sich einer wachsenden Nutzerzahl. Vornehmlich in dichtbesiedelten Gebieten. So zählte die der Schweizerischen Post gehörende Publibike AG bereits 2019 2.5 Millionen Fahrten, verteilt auf knapp 5000 Velos und acht Ballungsräume.
Auch Carvelo2go wächst. Das Cargobikesharing-Angebot entstand im Rahmen der Schweizer Lastenrad-Initiative «Carvelo» des TCS und der Migros. Die Initiative verfolgte das Ziel, den Einsatz von Lastenvelos in der Schweiz im betrieblichen und privaten Kontext zu fördern.
Mit Erfolg: Während das Programm vor zwei Jahren endete, wird Carvelo2go weitergeführt. Mittlerweile stehen den fast 23’000 registrierten Nutzerinnen und Nutzern schweizweit rund 350 E-Lastenvelos von Riese&Müller und Urban Arrow in knapp 80 Ortschaften zur Vermietung parat.
Gerade im Bereich des innerstädtischen Warenverkehrs steht der sogenannten «Radlogistik» eine rosige Zukunft bevor. So bietet etwa die Stiftung Myclimate finanzielle Anreize für die gewerbliche Lastenvelonutzung, um ihre Verbreitung zu fördern.
Seit Ostern hat die Schweiz einen neuen Anbieter im Sharingmarkt, der ebenfalls E-Cargobikes im Sortiment hat: die im vergangenen Herbst gegründete Famility Company. Ähnlich der 2017 lancierten Hope Academy, deren Angebot in der Schweiz aktuell nicht verfügbar ist, fokussiert das Unternehmen auf die Langzeitvermietung von hochwertigen Kindervelos in Form von Abos. «Wir glauben, dass immer mehr Familien ihre Velos lieber mitbenutzen statt besitzen», begründet Unternehmensgründer Michel Juhasz den Einstieg ins Sharinggeschäft und verspricht sich viel davon.
Die Velobranche profitiert vom Sharing-Trend. Ausser den Herstellern gehören dazu auch Fachbetriebe. Carvelo2go beispielsweise arbeitet für den Unterhalt seiner Flotte zurzeit mit knapp 70 Velohändlern zusammen. Und die Famility Company plant 2022 eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Velofachhandel.

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