Schweizer Post testet nachhaltiges Ausliefern von Paketen

Das Internet hat das Einkaufsverhalten von Konsumenten verändert. Onlineshopping ist zum Volkssport geworden. Das Paketvolumen bei der Post nimmt zu. Zusammen mit der Tochtergesellschaft Notime startet die Post nun einen Pilotversuch, bei dem schwere Lastenvelos zum Einsatz kommen.

no-image

Laurens van Rooijen
29.01.2020

Auch wenn Herr und Frau Schweizer als Kreditkarten-Muffel etwas länger als andere Europäer gebraucht haben: Das Internet wird auch hierzulande zu einem wichtigen Kanal für Einkäufe.

Waren online auszusuchen, mit einem Klick bestellen und sich nach Hause liefern lassen, ist bequem und passt zu den Gewohnheiten von Konsumentinnen, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Aber es führt auch zu spürbarem Mehrverkehr in Form von Lieferwagen, die durch Wohnquartiere kurven, um all die Bestellungen auszuliefern.

Pilotversuch mit Lastenvelos

Hier setzt nun die Schweizer Post mit ihrem Pilotversuch an, für den sie ab Ende Januar mit ihrer auf Kurierdienste spezialisierten Tochtergesellschaft Notime und dem Online-Shop Digitec Galaxus zusammenarbeiten wird.

Post testet Lastenvelos.Ab Ende Januar werden in Zürich Lastenvelos abends unterwegs sein, um im Rahmen eines Pilotversuchs der Post und des Tochterunternehmens Notime Onlineeinkäufe von Digitec-Galaxus-Kunden auszuliefern.

Dieser Pilotversuch soll klären, inwiefern schwere Lastenvelos aus Sicht der Logistik eine valable Alternative zu Lieferwagen darstellen und ob seitens der Empfängerkunden die nötige Akzeptanz gegeben ist. Ausgeliefert werden die bestellten Waren zwischen 18:30 und 22 Uhr.

Zudem wollen die Post und Digitec Galaxus die Ökobilanz mit einer zweiten Massnahme nochmals verbessern: Die im Rahmen des sogenannten «Same Day Delivery», auf Deutsch Gleichtageszustellung, beförderten Produkte werden in der Originalverpackung ausgeliefert – ohne zusätzliche Kartonschachtel oder Füllmaterial. Die Fahrerinnen und Fahrer von Notime orientieren sich bei der Auslieferung an den Angaben auf ihren Scannern.

Urban Arrow Lastenvelo.In anderen Ländern Europas gehören schwere Lastenvelos bereits zum urbanen Strassenbild: In den Niederlanden nutzen die Post und die Supermarktkette Albert Heijn solche Gefährte für die Zustellung.

Andere Länder machens vor

Unterwegs sind die Kuriere von Notime unter anderem mit dem Schwerlastenvelo «Armadillo» von Velove, das viel vor Wind und Wetter geschützten Stauraum bietet. Dieses Modell wird von DHL bereits in London und anderen Städten eingesetzt.

In den Niederlanden vertraut die Supermarktkette Albert Heijn für die Zustellung von Homeshopping-Einkäufen im urbanen Raum schon länger auf das «Tender»-Lastenvelo des Anbieters Urban Arrow. Auch die niederländische Post nutzt dieses Modell bereits.

Man darf gespannt sein, ob in absehbarer Zukunft mehr Lastenvelos und weniger Lieferwagen durch Schweizer Wohnquartiere kurven werden.

Fotos: ZVG

Empfohlene Artikel