Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
12.05.2026
Beim Prix Velo 2026 siegen Burgdorf, Winterthur und Köniz. Zürich holt stark auf. Der nationale Durchschnitt bleibt jedoch ungenügend: Besonders die mangelnde Sicherheit für Velofahrende wird scharf kritisiert.
Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
12.05.2026
Trotz einzelner Fortschritte bleibt das Urteil der Velofahrenden ernüchternd: Die Schweizer Städte sind nicht velofreundlich. Besonders kritisch beurteilt werden die Sicherheit und der Fahrkomfort.
Als Ausnahme der Regel dürfen die Städte Winterthur, Burgdorf und Köniz bezeichnet werden. Die drei Orte gingen als Sieger des «Prix Velo Städte 2026» von Pro Velo Schweiz hervor. Während sich einzelne Städte deutlich verbessern konnten, bleibt die Gesamtlage aus Sicht der Velofahrenden kritisch. Der nationale Durchschnitt liegt weiterhin unter der genügenden Note 4. Für Pro Velo ist das ein deutliches Signal an Politik und Behörden.
Fast 38’000 Personen haben zwischen September und November 2025 ihre Städte bewertet. Der alle vier Jahre verliehene «Prix Velo» gilt als wichtiges Stimmungsbarometer zur Velofreundlichkeit in der Schweiz.
In den jeweiligen Kategorien gewinnen Winterthur bei den Grossstädten, Köniz bei den mittelgrossen Städten und Burgdorf bei den kleineren Städten mit weniger als 30’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Über alle Kategorien hinweg erzielt Burgdorf erneut die höchste Bewertung. Gemeinsam mit Winterthur zählt die Emmentaler Stadt seit 20 Jahren zu den konstantesten Spitzenreitern.
Bemerkenswert ist die Entwicklung in Zürich. Die Stadt lag bei der letzten Austragung noch am Tabellenende, konnte sich nun aber deutlich verbessern. Dafür erhält Zürich gemeinsam mit Thalwil eine Auszeichnung für die grössten Fortschritte seit 2022.
In der Westschweiz schneiden Freiburg sowie die Genfer Gemeinden Meyrin und Vernier besonders gut ab. Erstmals wurde auch das Tessin in die Rangliste aufgenommen. Während Lugano mit 3,1 Punkten das Schlusslicht bildet, erreichen Bellinzona und Locarno mit 3,9 Punkten das Mittelfeld.
Die grössten Defizite sehen die Teilnehmenden weiterhin bei der Sicherheit. Mit einer Durchschnittsnote von 3,6 ist die Verkehrssicherheit der am schlechtesten bewertete Bereich der Umfrage. Ebenso kritisch beurteilt werden der Zustand der Infrastruktur und die Abstimmung der Verkehrsführung auf den Veloverkehr.
Auch das Klima zwischen den Verkehrsteilnehmenden hat sich verschlechtert. Laut Pro Velo dürfte dies mit der steigenden Zahl an Velofahrenden zusammenhängen, die sich den knappen Raum auf unsicheren Strassen mit dem Motorfahrzeugverkehr teilen müssen.
Pro Velo fordert deshalb ein deutlich höheres Tempo beim Ausbau der Infrastruktur. Das seit 2023 geltende Veloweggesetz gebe den Städten und Gemeinden den Auftrag, sichere und zusammenhängende Velonetze zu schaffen.
«Die Entwicklung verläuft viel zu langsam», sagt Pro-Velo-Vizepräsident Hasan Candan. Es gehe letztlich auch um Menschenleben.

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