Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
28.07.2021
Aktuell kommen fast alle Carbon-Velorahmen aus Asien. Anfang Juli hat in Portugal eine neue Fabrik den Betrieb aufgenommen, die helfen soll, den Bedarf des europäischen Marktes zu decken.
Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
28.07.2021
Mit wenigen Ausnahmen werden Velorahmen aus Carbon heute in Asien hergestellt. Da nach wie vor viel Handarbeit in Carbonrahmen steckt, sind die Arbeitskosten bei der Produktion ein wichtiger Faktor. Daneben spielen die Produktionskapazitäten der Fabriken eine wichtige Rolle.
Aber selbst in Fernost sind die Fertigungskapazitäten nicht unbeschränkt. Störungen bei der Seefracht haben zudem gezeigt, wie anfällig die Lieferketten auch in der Veloindustrie sind. Eine Strategie, um hier Gegensteuer zu geben, lautet «Reshoring». Damit wird die Rückverlagerung der Produktion bezeichnet, weg aus weit entfernten Schwellenländern und näher hin zu den eigentlichen Absatzmärkten.
Eine der Regionen Europas, die von diesem Trend profitiert, ist das Hinterland der portugiesischen Hafenstadt Porto.
Produziert wird in der hochmodernen Fabrik von Carbon Team in Vouzela schon seit einigen Monaten, die Einweihung erfolgte aber erst am 9. Juli. (Foto: ZVG)
In dieser Region, genauer im Industriegebiet von Vouzela, wurde nun eine hochmoderne Fertigungsstätte für Velorahmen und Teile aus Carbon feierlich eröffnet. Hinter dieser Fabrik von Carbon Team steckt ein Konsortium von Investoren, zu dem der Felgen- und Laufrad-Spezialiste Rodi mit seinem Tochterunternehmen Triangles, der Kurbelhersteller Miranda und Ciclo Fapril als Spezialist für Aluminiumrahmen gehören.
Auch Know-how des deutschen Carbon-Spezialisten Bike Ahead Composites und des Teilespezialisten Art Bicycle aus Taiwan flossen in die Fabrik mit einer Fläche von 9000 Quadratmetern ein. Damit zeigt diese Investition in der Höhe von umgerechnet rund 9 Millionen Franken, wie stark die Veloindustrie international verflochten ist.
Mithilfe neuster Fertigungstechnologien sollen zunächst 25'000 Carbon-Velorahmen pro Jahr gefertigt werden. Mittelfristig soll die Kapazität auf jährlich 50'000 Rahmen steigen, was bis zu 120 Arbeitsstellen in der Region schafft.
Für den portugiesischen Zweirad-Industrieverband Abimota stellt diese neue Fabrik ein weiteres Rädchen im Portugal-Bike-Value-Programm dar, das die portugiesische Veloproduktion fördern und ausländische Investitionen in diesen Bereich lenken soll. In den vergangenen Jahren wurden in dieser Hinsicht bereits Erfolge erzielt: Ausser Herstellern von Rahmen, Teilen und Komponenten haben sich auch verschiedene Montagebetriebe angesiedelt.
Grosses Medieninteresse wegen hohem Besuch: Vital Almeida (rechts) im Gespräch mit Minister Pedro Siza Vieira (Mitte) und Gemeindepräsident Rui Miguel Pereira. (Foto: ZVG)
Bei der Einweihungszeremonie der Fabrik gab sich ausser Carbon-Tech-Geschäftsführer Vital Almeida und Rui Miguel Pereira als Gemeindepräsident von Vouzela auch der portugiesische Minister für Staats-, Wirtschafts- und digitaler Wandel die Ehre. Pedro Siza Vieira lobte die neue Fertigungsstätte als Zeichen des Übergangs in Portugal, was die Bedeutung des Landes im internationalen Velocluster weiter festigen werde.

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