Markus Stitz ist kein Unbekannter, wenn es um eisige Herausforderungen geht. Velojournal berichtete bereits über seine Velo-Abenteuer in Eis und Schnee, bei denen er die Stille und die raue Schönheit des Winters suchte. Nun kehrt der Filmemacher und Bikepacker mit einem neuen Projekt zurück, das ab sofort auf YouTube verfügbar ist.
680 Kilometer durch Norwegen
Der Film dokumentiert eine 680 Kilometer lange Rundreise von Eidsvoll über Gjøvik, Lillehammer und durch den Dovre-Nationalpark zurück zum Ausgangspunkt. Doch anders als bei früheren Touren setzte Stitz diesmal auf elektrische Unterstützung und massiven Stauraum: Er war mit einem Tern-«Orox S12»-Longtailbike unterwegs.
Ausgestattet mit zwei 800-Wh-Bosch-Akkus, dicken Spikereifen und voller Winterausrüstung brachte das Gespann rund 55 Kilogramm auf die Waage. «Während die Motorunterstützung lange Distanzen von bis zu 130 Kilometern am Tag ermöglichte, brachte das hohe Gewicht auf Schnee und Eis ganz eigene Herausforderungen mit sich», so Stitz.
Der menschliche «Akku» als Schwachstelle
Trotz technischer Vorbereitung – Testen der Ausrüstung bei Minusgraden und Fahrttrainings mit schwerer Beladung – blieb der Faktor Mensch die grösste Variable. Besonders auf den langen Abfahrten vom Dovre-Nationalpark in Richtung Alvdal bekam Markus Stitz die volle Härte des Winters zu spüren, mit Eisbildung im Gesicht und tiefen Minusgraden in den Tälern.
Interessanterweise hatte der Winterbikepacker nach eigenen Angaben nie mit der Elektrovelo-Technik zu kämpfen. «Es waren nicht die zwei Akkus an meinem E-Bike, die sich in der Kälte schneller entluden», resümiert Stitz. «Es war mein persönliches Energielevel, das ich viel öfter überwachen musste.»
Infrastruktur statt Zelt
Obwohl Stitz zur Sicherheit eine komplette Campingausrüstung mitführte, verbrachte er die Nächte drinnen. Die norwegische Infrastruktur erwies sich als ideal für Winterreisende: Hostels und Hütten waren auch im Januar geöffnet.
Ist Velofahren im also ein Kinderspiel? «Das zu behaupten, wäre eine Lüge», gibt Stitz offen zu. Doch die Belohnung sei grösser als in jeder anderen Jahreszeit: zugefrorene Flüsse, schneebedeckte Landschaften und Tage, die sich «wirklich verdient anfühlen».






