Hacker treiben Velohersteller in die Insolvenz

Im November haben Hacker durch eine Cyber-Attacke die Produktion des deutschen Veloherstellers Prophete zum Stillstand gebracht. In der Folge musste das Unternehmen Insolvenz anmelden.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 12.01.2023

Der deutsche Velohersteller Prophete musste kurz vor Weihnachten 2022 Insolvenz anmelden. Einen Tag darauf folgte dieser Schritt auch für das Tochterunternehmen Cycle Union, zu dem die Marken Kreidler, VSF Fahrradmanufaktur, E-Bikemanufaktur und Rabeneick gehören.

War im vergangenen Dezember zu den Gründen der finanziellen Misere noch nichts zu erfahren, ist mittlerweile mehr dazu bekannt. Wie die FAZ berichtet, wurde der Fahrradhersteller im November Opfer einer Cyber-Attacke.

Hacker legen Prophete lahm

«Ende November ist das Unternehmen von Hackern angegriffen worden. Für drei bis vier Wochen lag dadurch das Unternehmen still», zitiert die Zeitung den verantwortlichen Insolvenzverwalter Manuel Sack.

Ob es sich dabei um eine sogenannte Ransomware-Attacke, bei der Dateien verschlüsselt und nur gegen Lösegeldzahlung wieder freigegeben werden, handeltet, ist nicht bekannt.

Laut FAZ verzeichnete Prophete im Jahr 2021/2022 zudem einen schlechten Geschäftsgang, unter anderem hervorgebracht durch die unterbrochenen Lieferketten.

Der mehrwöchige Betriebsausfall aufgrund des Hacker-Angriffs brach dem Velohersteller schliesslich das Genick.

Produktion läuft vorerst weiter

Gemäss Informationen des Branchenportals Cyclinfo konnte die Veloproduktion im Januar wieder aufgenommen werden. Der vorläufige Insolvenzverwalter sei vor Ort, um den Betrieb zu stabilisieren und Auslieferungen zu gewährleisten.

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