Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
28.09.2022
Ford hat eine App entwickelt, die Fahrzeuglenker auf Velofahrerinnen und Fussgängern aufmerksam machen soll. Diese müssten die App aber zuerst installieren. Ein verzerrtes Bild von Verantwortlichkeit im Strassenverkehr.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
28.09.2022
Jedes Jahr fallen dem motorisierten Strassenverkehr weltweit rund 1,3 Millionen Menschen zum Opfer.
Mehr als die Hälfte der Getöteten gehört laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Kategorie der «verletzlichen Verkehrsteilnehmenden». Will heissen: Velofahrerinnen, Fussgänger, Motorradfahrende.
Der Autokonzern Ford will Lenkerinnen und Lenker eines Ford-Trucks oder -Personenwagens mithilfe einer neuen App auf Velofahrenden oder Zu-Fuss-gehenden aufmerksam machen.
Dabei handelt es sich gemäss Medienmitteilung um eine «erschwingliche und skalierbare Smartphone basierte Kommunikationstechnologie, die eines Tages dazu beitragen könnte, Autofahrende vor Fussgängerinnen, Velofahrern und anderen Personen zu warnen – selbst vor solchen, die nicht direkt sichtbar sind».
Die App wurde zusammen mit Partnerfirmen entwickelt. Vorgestellt wurde die Technologie im September am Kongress der «Intelligent Transportation Society of America’s» (Ists) vorgestellt.
Die Itsa ist ein Zusammenschluss von Organisationen und Firmen aus dem Technologie- und Automobilsektor.
Die Idee von Ford ist, dass Velofahrer oder Fussgängerinnen die App auf ihrem Smartphone installieren. Via Bluetooth-Low-Energy-Funktechnik kommuniziert sie mit Ford-Fahrzeugen.
«Wenn das Fahrzeug ein potenzielles Unfallrisiko berechnet, kann es die Fahrer über den fahrzeuginternen Bildschirm warnen, der Grafiken von Fussgängern, Radfahrern oder mehr mit akustischen Warnungen anzeigt», heisst es bei Ford.
In modernen Autos kommen vom Spurhaltesystem bis zum Notbremsassistenten immer mehr elektronische Helfer zum Einsatz.
Fussgänger oder Velofahrerinnen können sich auf diese Systeme aber nicht verlassen. So zeigte ein Test unlängst, dass Fahrräder in 30 % der Fälle von Fahrerassistenzsystemen nicht erkannt werden.
Dass der Autokonzern Ford zu mehr Verkehrssicherheit beitragen will, ist löblich. Dafür eine App zu entwickeln, die dann auch noch von Velofahrerinnen und Fussgängern verwendet werden müsste, ist jedoch der falsche Weg.
Fraglich auch, ob Autolenkerinnen und -lenker während der Fahrt Informationen von einem «fahrzeuginternen Bildschirm» ablesen sollten. Die Augen gehören auf die Strasse. Die Verantwortung gegenüber besonders verletzlichen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern obliegt der Person hinter dem Lenkrad.
Zudem gibt es bereits viele bewährte Rezepte, um Strassen sicherer zu machen: Temporeduktionen, dezidierte Flächen für den Fussverkehr und von den Strassen getrennte Veloinfrastruktur sind nur einige Beispiele unter vielen.

Abonnieren Sie den Velojournal-Newsletter. Als Dankeschön erhalten neue Abonnenten eine Velojournal-Ausgabe kostenlos.
Jetzt abonnieren!
01. November 2026
HombiQuer 2026
Am Sonntag, 1. November 2026, ist es wieder soweit: Das HombiQuer geht in die nächste Runde. Bewährt,...
05. November 2026
Tag des Lichts
Seit mehreren Jahren vermitteln verschiedene Behörden und Interessengruppen der Bevölkerung, dass bessere...
07. November 2026
Luzerner Veloteile-Flohmarkt
Am Samstag, 7. November lädt der Luzerner Veloteile-Flohmarkt bereits zum 12. Mal zum Stöbern, Schmökern,...
10. November 2026
Switzerland’s Light Electric Mobility Forum
Am 10. November 2026 findet im Eventforum in Bern das SLEM 2026 statt. An diesem eintägigen Kongress werden...
12. November 2026
Forum Verkehrssicherheit Schweiz 2026
Von klein auf sicher – Kinder im Strassenverkehr: Kinder sind im Strassenverkehr besonders unfallgefährdet....
Zu den TerminenHaben Sie Fragen zu Ihrem Abonnement? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Aboservice und Rechnung
Velomedien AG / Velojournal
Claudia Frei
Kalkbreitestrasse 33
8003 Zürich
Telefon: +41 44 241 60 32
administration@velojournal.ch