Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
08.01.2026
Wenn Schnee fällt und normale Velos kapitulieren, kommen sie erst richtig in Fahrt: die Fatbikes. Mit ihren breiten Reifen erobern sie Winterwanderwege und sogar Rennstrecken. Sie machen den Winter erfahrbar.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
08.01.2026
Bergauf ist das zusätzliche Gewicht der Fatbikes spürbar, wieso man die Aussicht auf eine winterliche Landschaft umso mehr verdient. (Bild: zvg)
Während sich der Start ins neue Jahr von einer besonders kalten Seite zeigt, verschwinden viele Fahrräder im Keller. Für alle, die sich von schneebedeckten Strassen und Eisesglätte nicht bremsen lassen wollen, kann ein Fatbike eine Alternative zur winterlichen Velopause sein. Wo Autos rutschen, Skifahrerinnen anstehen und Mountainbiker pausieren, ziehen diese breit-bereiften Exoten ihre Spuren durch den Schnee und zeigen, dass Stillstehen keine Option ist.
Ein Fatbike ist ein spezielles Velo mit extra-breiten Reifen, welche oft über 10 cm Breite messen und mit niedrigem Luftdruck gefahren werden, sodass sie auf losem und weichem Untergrund wie Schnee, Sand oder Matsch nicht einsinken. Die ersten Bikes mit besonders breiten Reifen entstanden schon Ende der 1990er-Jahre in Alaska und den USA, als experimentelle Versuche, auf Schnee und weichem Sand besser voranzukommen. Richtig populär wurden Fatbikes aber erst in den 2010er-Jahren, als sie mit der Verbreitung im Radsport- und Outdoor-Bereich auch für die Freizeitinteressant wurden
Fatbikes bieten im Schnee und auf weichem Untergrund deutliche Vorteile: Durch die breiten Reifen und den geringen Luftdruck verteilen sie das Gewicht auf eine grosse Fläche, was ein Einsinken verringert und mehr Grip und Stabilität gibt. Das macht sie praktisch für Wintertouren abseits von geräumten Wegen oder sogar auf unpräparierten Abschnitten. Den Preis für das unbeschwerte Rollen im winterlichen Weiss zahlt man durch ein meist hohes Gewicht der Fatbikes. Insbesondere bergauf und auf Asphalt rollen die fetten Zweiräder schwer, weshalb sie sich kaum für den Einsatz im Alltag eignen.
Umso erlebnisreicher ist die Fatbike-Fahrt in den Schweizer Bergen. Mehrere Wintersport-Regionen bieten Fatbike-Vermietung und spezielle Routen an. In der Ferienregion Gstaad gibt es mehrere Verleihstandorte für Fatbikes mit und ohne Motor sowie ein empfohlenes Routennetz. Auch in Davos können direkt beim Bahnhof Fatbikes gemietet werden. Ein spezielles Erlebnis bietet Zermatt mit dem «Fatbike Night-Ride», einer geführten Tour durch den nächtlichen Winterwald.
Fatbikes dürfen in der Schweiz meist auf Winterwanderwegen genutzt werden, doch nicht auf gespurten Langlaufloipen oder Ski-Cross-Strecken. Ausserdem gelten lokale Verbote, um Konflikte mit anderen Wintersportlern zu vermeiden. Eine gute Orientierung bieten die regionalen Tourismusstellen und Karten mit ausgeschilderten Winterwanderwegen.
Fatbikes sind nicht nur eine Freizeitaktivität, sondern auch ein Sportgerät und werden sogar im Rennsport genutzt. Ein bedeutendes internationales Event ist die «Fat Bike Worlds», ein dreitägiges Festival-Rennen mit Wettkämpfen in verschiedenen Disziplinen wie Cross-Country, Enduro oder Downhill. 2026 findet diese Weltmeisterschaft der Fatbike-Community Ende Januar in Leadville, Colorado (USA) statt. Das Rennen zieht gemäss den Organisatoren Teilnehmende aller Leistungsstufen an: «Es treten einige ernsthafte Athleten an, um den Titel zu erhalten. Viele tragen aber farbige Kostüme oder essen Speck auf der Strecke».
Auch in Colorado ist das Fatbike also in erster Linie ein Vehikel für jene, die Stilltand als keine Option sehen. Auch im Winter nicht.

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