Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
13.11.2024
Einsichten zum Zustand des Schweizer Velohandles bietet die siebte Auflage der «Werkstattumfrage Velohandel Schweiz». Die Studie des Fachbüros Dynamot zeigt auf, wo es auf dem Weg zu einer rentablen Werkstat hapert.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
News,
13.11.2024
Die «Werkstattumfrage Velohandel Schweiz» ist im November in der siebten Auflage erschienen. (Foto: ZVG)
Wenn es im Verkauf nicht läuft, müsste doch das Geschäft mit Service und Reparaturen die Buchhaltung im Lot halten. Tatsächlich ist die Auslastung der Schweizer Velowerkstätten hoch, weil nach dem pandemiebedingten Velo- und E-Bike-Boom mehr Fahrzeuge in Schuss gehalten werden müssen.
Sorgen bereitet nach wie vor der Fachkräftemangel: Zu Beginn der Saison 2024 war laut der soeben erschienenen 7. Auflage der «Werkstattumfrage Velohandel Schweiz» in jedem dritten Fachgeschäft der Schweiz noch eine Stelle in der Werkstatt offen. Dabei ist der Anteil der Fachhändler, deren Werkstatt gewinnbringend arbeitet, laut der Studie gegenüber dem Jahr 2022 auf 52,7 Prozent gesunken. Zudem schreibe jedes siebte Geschäft mit der Werkstatt rote Zahlen.
«Flexiblere Arbeitstage, Teilzeitstellen und eine fünfte Ferienwoche werden immer häufiger angeboten, damit der Job im Velofachhandel attraktiv bleibt.»
Urs Rosenbaum, Dynamot
Gestiegene Lohnkosten und der erhöhte Koordinations- und Organisationsbedarf durch mehr Personal in der Werkstatt seien die Hauptgründe der negativen Entwicklung, bilanziert Urs Rosenbaum von Dynamot und fügt an: «Vor allem in den grösseren Geschäften leidet die Rentabilität der Werkstatt».
Verbesserungspotenzial sieht Rosenbaum an vielen Orten: «Eine beachtliche Zahl von Geschäften arbeitet noch nicht mit modernen Hilfsmitteln wie Arbeitswerten und Betriebs-Software, und nach wie vor werden Dienstleistungen wie Ersatzvelos oder Abholservice an die Werkstattkundschaft verschenkt statt verrechnet». Dazu kommen mangelhafte Vergütungen bei Garantie- und Gewährleistungsarbeiten und Reparaturen in Kulanz, um die Kundschaft bei der Stange zu halten.
Moderne, ergonomisch passende Arbeitsplätze helfen bei der Suche nach Fachpersonal für die Werkstatt. (Foto: ZVG)
Mit der Zertifizierung als «All-Ride Exzellente Werkstatt» böte der Branchenverband 2rad Schweiz dem Handel einen Ansatz, um das Geschäft mit Service und Reparaturen zu optimieren. Aber der erste Termin in diesem Winter musste mangels Interesses abgesagt werden.
Die 2011 ins Leben gerufene «Werkstattumfrage Velohandel Schweiz» wurde dieses Jahr bereits zum siebten Mal vom Fachbüro Dynamot und 2rad Schweiz durchgeführt. Mit Rückmeldungen von mehr als 500 Fachhändlern verfügt die Studie über eine solide Basis und liefert Details und Kennzahlen zu Tarifen, Organisation, Digitalisierung, Personalmangel und Löhnen in den Werkstätten des Schweizer Velohandels.

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