Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
02.12.2024
Ein Bericht des ARE zeigt das Potenzial von Velos und E-Bikes in der Schweiz auf. Besonders in kleineren Agglomerationen könnten E-Bikes den Modalsplit-Anteil deutlich erhöhen und Mobilitätsprobleme lösen.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
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02.12.2024
Das Velo und noch stärker das E-Bike hat als Verkehrsmittel in Schweizer Agglomerationen viel Potenzial. (Foto: ZVG)
Ein neuer Bericht des Bundesamts für Raumentwicklung ARE beleuchtet das Potenzial von Velos und E-Bikes in der Schweiz. Im Speziellen wird der Veloverkehr in Agglomerationen mit weniger als 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern untersucht. Für den Bericht wurden die Daten der letzten drei Mikrozensus Mobilität und Verkehr ausgewertet.
In den letzten Jahren hat das Velo in der Schweiz erheblich an Bedeutung gewonnen – besonders akzentuiert durch die die Covid-19-Pandemie. Die Verfügbarkeit und Nutzung von Velos und insbesondere von Elektrovelos hat seit 2015 markant zugenommen. Die Zunahme wird laut den Autorinnen und Autoren nicht nur durch den Mikrozensus, sondern auch durch Daten der automatischen Velozählgeräte in Schweizer Agglomerationen bestätigt. Diese hätten zwischen 2016 und 2020 eine jährliche Wachstumsrate der Velofahrten von 5 bis 10 Prozent bei einem Drittel der Zähler und mehr als 10 Prozent bei fast einem Viertel registriert.
Ungeachtet der steigenden Popularität von Velo und E-Bike gibt es in der Schweiz deutliche Unterschiede bei der Fahrradnutzung und der Verfügbarkeit von Zweirädern im Haushalt. 67 % der Haushalte in flachen Agglomerationen besitzen mindestens ein herkömmliches Velo, während dieser Anteil in halbgebirgigen Regionen 60 % und in gebirgigen 58 % beträgt. E-Bikes sind in kleineren Agglomerationen und ausserhalb von Agglomerationen häufiger anzutreffen als in grösseren Städten. Haushalte mit höherem Einkommen besitzen mehr Velos aller Arten; ein Fünftel der Haushalte mit hohem Einkommen besitzen mindestens ein E-Bike.
Unterschiede gibt es auch beim Modalsplit-Anteil von Velo und E-Bike. In kleineren Agglomerationen ist der Modalsplit-Anteil des Velos niedriger als in grösseren. Und dies, obwohl die Verfügbarkeit von Velos höher ist. Als Gründe dafür nennt der Bericht die fehlende Durchgängigkeit des Radwegnetzes und das reichlich vorhandene Parkplatzangebot für Autos im ländlichen Raum.
Die Autorinnen und Autoren des ARE-Berichts attestieren dem Velo und insbesondere dem E-Bike viel Potenzial in den kleineren Agglomerationen. So würden mehrere wissenschaftliche Studien bestätigen, dass der Umstieg auf E-Bikes hauptsächlich auf Kosten des Autos erfolgt. Basierend auf den vorhandenen Daten gibt der Bericht Auskunft darüber, wie stark der Modalsplit-Anteil von Velo und E-Bike in Agglomerationen mit weniger als 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gesteigert werden könnte. In flachen Gebieten kann der Modalsplit-Anteil des Velos für Distanzen von 0 - 5 km von 13 % auf 20 % gesteigert werden, in gebirgigen Gebieten von 7 % auf 12 %. Für Arbeitswege kann der Modalsplit-Anteil von Velo und E-Bikes in flachen Gebieten für kurze Distanzen unter 5 km sogar von 19 % auf 30 % erhöht werden.
Damit Velo und E-Bike ihr Potenzial als Verkehrsmittel aber voll ausschöpfen können, braucht es laut dem Bericht folgende Massnahmen: die Entwicklung einer kohärenten Veloförderstrategie, die Verbesserung der Radweginfrastruktur und die Schaffung sicherer Veloabstellplätze. Die Attraktivität, der Komfort, die Vernetzung, die Durchgängigkeit und die Sicherheit der Veloinfrastruktur sind entscheidende Qualitätskriterien, schreiben die Autorinnen und Autoren.

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