Drei Spielerinnen, drei Velos, drei Schläger und ein Ball

Die Bikepolo Europameisterschaft findet vom 19. bis 21. Juli in Zürich statt. Die besten Spielerinnen und Spieler messen sich auf der Kunsteisbahn Dolder.

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11.07.2019

Beim Stichwort Bikepolo klingelt es bei Ihnen nicht? Dann ist es höchste Zeit, das zu ändern. Die Bikepolo Europameisterschaft in Zürich ist die passende Gelegenheit dazu. Vom 19. bis 21. Juli spielen die besten Teams um den Titel des Europameisters. Am Turnier nehmen insgesamt 48 Equipen, bestehend aus jeweils drei Spielerinnen oder Spielern, teil.

Gentlemen-Sport auf Stahlrössern

Ähnlich wie beim Spiel hoch zu Ross müssen auch bei der velocyclistischen Variante Tore erzielt werden. Bikepolo wird aber nicht auf einer Wiese gespielt, sondern auf hartem Untergrund. Das Spielfeld misst in der Regel etwa 40 auf 20 Meter. Während eines Matches vom Velo abzusteigen beziehungsweise den Fuss auf den Boden zu setzen, ist verboten.

Jede Mannschaft besteht aus drei Personen, einen fixen Torhüter gibt es nicht. Sieger ist, wer zuerst fünf Tore erzielt oder nach Ablauf der zwölfminütigen Spielzeit am meisten Treffer im gegnerischen Goal gelandet hat.

Körperkontakt ist erlaubt. Allerdings handelt es sich bei Bikepolo nicht um einen Vollkontakt-, sondern eher um einen Gentlemen-Sport. Gegner zu verletzen, ist absolut tabu. Der Spass am Spiel steht im Vordergrund.

Die europäische Bikepolo-Szene bestehe aus engagierten und oft gut untereinander vernetzten Spielerinnen, sagt Remy Vuillemin vom Verein Zürich Bike Polo, der die Meisterschaften in Zürich organisiert. Gemischte Equipen sind keine Seltenheit. In einer Schweizer Mannschaft können Personen aus Frankreich oder Italien spielen. «Entscheidend für die Nationalität einer Mannschaft ist der aktuelle Wohnort von zwei Spielern», erklärt Vuillemin. Die rechtliche Nationalität spiele keine Rolle. 

Amtierender Europameister ist das Team «Oktopussy» aus Nürnberg und Hamburg. Es gebe aber grosse regionale Unterschiede, was die Anzahl Aktiver betreffe. «Die starke Durchmischung macht die Szene vielseitig und spannend, behindert aber die Weiterentwicklung und Verbreitung des Sports», so Vuillemin. «Obwohl die Zahl der aktiven Spielerinnen wächst, haben viele Vereine Mühe, neue Mitspieler zu finden. Es gibt auch Städte, in denen keine Gruppe mehr aktiv ist.»

Hardcourt Bike PoloDie Bikepolo-EM in Zürich ist eine gute Gelegenheit, den Sport hautnah zu erleben.

Nachhaltige EM in Zürich

Die Zürcher Bikepolo-Gemeinschaft sieht die Europameisterschaft denn auch als Chance, den Sport voranzubringen. Die Kunsteisbahn Dolder biete als Veranstaltungsort Möglichkeiten, die es so noch an keinem Poloturnier gegeben habe, betonen die Organisatoren.

«Der Betonbelag ist perfekt, der Platz eingefasst durch das Restaurant und eine Tribüne», freut sich Vuillemin. Auf die Besucherinnen und Besucher warten damit spannende Wettkämpfe.

Der Zürcher Bikepolo Verein will aber auch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine einzigartige EM bieten. Neben dem Hauptturnier stehen auch eine Party, ein Konzert und ein Alleycat auf dem Programm.

«Ein wesentlicher Fokus der Organisation liegt darauf, möglichst ressourcenschonend vorzugehen», ergänzt Remy Vuillemin. Man habe für die Spielerinnen und Spieler Unterkünfte in der Nähe des Dolders gefunden. Die Verpflegung werde mehrheitlich Vegan sein und es gäbe kein Wegwerfgeschirr. Zudem sollen Teams, die mit Zug statt Flugzeug anreisen, einen Rabatt auf die Teilnahmegebühr erhalten.

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Das Video vermittelt einen guten Eindruck der Faszination Bikepolo. 

EHBPC2019 - Bikepolo EM Zürich

Datum: 19. bis 21. Juli 
Ort: Kunsteisbahn Dolder, Adlisbergstrasse 36, 8044 Zürich

 

Fotos: ZVG

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