Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
Kommentar,
10.04.2026
Die Trainerhosen bleiben im Schrank! Millionen Schweizerinnen und Schweizer pilgern täglich ins Büro. Und raten Sie mal wie? Selbst für zwei Kilometer nehmen sie das Auto. Ein Blick auf unsere Pendel-Bequemlichkeit.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
Kommentar,
10.04.2026
In der Schweiz fährt die Hälfte der Arbeitnehmenden mit dem Auto zur Arbeit. (Foto: Jannis Lucas, Unsplash)
Hand aufs Herz: Haben wir in den letzten Jahren nicht alle davon geträumt, für immer in Trainerhosen vom heimischen Sofa aus zu arbeiten? Die Realität sieht unglamouröser aus: Die Schweizerinnen und Schweizer verlassen morgens immer noch massenhaft das Haus – und klemmen sich am liebsten hinters Lenkrad.
Acht von zehn Erwerbstätigen in der Schweiz pilgern auch 2024 brav zu ihrem Arbeitsplatz. Von wegen Homeoffice-Revolution! Gut 3,7 Millionen Menschen stürzen sich laut dem Bundesamt für Statistik täglich in den Pendlerverkehr.
Und raten Sie mal, wie die Hälfte von ihnen dorthin kommt? Richtig, mit dem Auto. Daran hat sich seit den 90er-Jahren, als man im Radio noch Kassetten hörte, absolut nichts geändert.
Besonders tragisch wird es bei den kurzen Strecken: Zwei bis fünf Kilometer. Ein gemütlicher Spaziergang? Eine kurze Velotour zum Wachwerden? Von wegen. Vier von zehn Personen zücken für diese Mini-Distanz lieber den Autoschlüssel. Die viel beschworene Verkehrswende scheint irgendwo auf der Überholspur im Stau stecken geblieben zu sein.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber für alle, die vollgestopfte Trams und Busse meiden wollen: Das E-Bike. Wer sich morgens den Fahrtwind um die Nase wehen lässt, strampelt (mit etwas Batterie-Hilfe) im Schnitt beachtliche fünf Kilometer weit zur Arbeit. Das ist doppelt so weit wie die tapfere Fraktion auf normalen Velos.
Tatsächlich kommen die E-Bike-Fahrenden damit fast auf die gleiche Pendeldistanz wie jene, die sich in den städtischen ÖV quetschen (durchschnittlich 6 Kilometer). Das Elektrovelo könnte also tatsächlich der heimliche Held werden, der die überfüllten Busse und Trams entlastet.

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