Formel-1-Technik für den Veloweg: Das vierrädrige E-Bike «Elecy»

Velomobile fristen trotz des anhaltenden E-Bike-Booms ein Nischendasein. Das Start-up Amara Automotive will das ändern – mit einem Gefährt, das die Vorzüge eines Autos mit den Privilegien eines Velos kombiniert.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
E-Bike, News, 12.03.2026

Der E-Bike-Boom ist ungebrochen, doch an regnerischen Tagen sehnen sich viele Pendlerinnen und Pendler nach dem Komfort eines Autos. 

Genau in diese Lücke zielen vollverschalte Leichtmotorfahrzeuge, auch Velomobile genannt. Das Konzept: drei oder vier Räder für eine autoähnliche Strassenlage gepaart mit einer Karosserie als Wetterschutz. Dennoch tun sich diese Zwitterwesen am Markt traditionell schwer. Ein neuer Versuch, die urbane Mobilität aufzumischen, kommt nun aus Grossbritannien.

Motorsport-Know-how trifft auf Leichtbau 

Das «Elecy» ist ein vierrädriges E-Bike mit Dach, das sich wie ein Mini-Auto fährt, rechtlich aber ein Velo bleibt. Entwickelt hat es die ehemalige Formel-1-Ingenieurin Tamara Ivancova. 

Sie nutzt ihr Motorsport-Know-how für eine konsequente Leichtbauweise: Trotz der geschlossenen, aerodynamischen Kabine und eines integrierten Überrollschutzes wiegt das Gefährt gemäss Entwicklerin nur 45 Kilogramm. Die Karosserie besteht dabei grösstenteils aus recycelten und erneuerbaren Materialien.

 

  • Rechtlicher Status: Gilt als E-Bike (Pedelec). Der Mittelmotor unterstützt bis maximal 25 km/h und lässt sich komplett entkoppeln.
  • Infrastruktur: Darf legal auf Velowegen und Velostreifen gefahren werden. Es kann überall dort parkieren, wo auch ein normales Velo Platz findet.
  • Masse: Mit 2,5 Metern Länge und nur 80 Zentimetern Breite ist es extrem schmal.
  • Kapazität: Bietet Platz für eine erwachsene Person plus ein Kind auf dem Rücksitz. Wer allein fährt, verfügt im Heck über 300 Liter Stauraum.
  • Reichweite: Der herausnehmbare Akku liefert laut Website Energie für bis zu 80 Kilometer und ist in drei Stunden geladen (ein Zweitakku ist optional).

Konzipiert ist das Fahrzeug als vollwertiger Autoersatz für den urbanen Raum. Die wetterfeste Haube schützt vor Regen, Schnee und Kälte, lässt sich an warmen Tagen aber für ein klassisches Cabrio-Feeling abnehmen. 

Zur alltagstauglichen Ausstattung gehören zudem eine LED-Beleuchtung inklusive Blinkern, abschliessbare Türen und ein eingebautes GPS-Tracking.

Marktchancen: Prototyp mit ungewisser Zukunft 

Aktuell ist das «Elecy» noch ein Prototyp in der Testphase. Ob das ambitionierte Projekt jemals Serienreife erlangt, bleibt abzuwarten. Die Geschichte der Mikromobilität zeigt: Innovative Konzepte generieren zwar oft viel Aufmerksamkeit, scheitern aber häufig an hohen Produktionskosten und einer zu spitzen Zielgruppe.

Laut Website sollen Vorbestellungen für das «Elecy» Ende 2026 starten, erste Auslieferungen sind frühestens für 2027 geplant. Zum finalen Preis äussert sich Amara Automotive noch nicht – ein Schnäppchen dürfte das Formel-1-inspirierte Velomobil jedoch kaum werden.

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