Der neueste PR-Coup: Canyon fertigt Gravelbike für Basketball-Ikone

Der deutsche Versandhersteller hat ein spezielles Gravelbike für LeBron James, den bekanntesten Basketballprofi der Welt, entwickelt. Warum Canyon damit die Gegenwartskultur perfekt einfängt.

Frederic Härri, Redaktor (frederic.haerri@velojournal.ch)
News, 21.09.2026

Wer mit offenen Augen durch eine beliebige mitteleuropäische Stadt läuft und einen Blick für Velomarken hat, kann sich der Allgegenwärtigkeit von Canyon-Zweirädern nicht entziehen. Der deutsche Versandhändler hat es geschafft, sich mit seinen Bikes in der Mainstreamkultur zu etablieren. Auch weil er eine grosse Bandbreite an Menschen anspricht: Vom Alltagspendler bis zum Rennrad-Aficionado lässt sich fast für jeden etwas finden im Sortiment. 

Diesen Grundsatz treibt Canyon mit seinem jüngsten Marketingcoup nun auf die Spitze. Das Unternehmen aus Koblenz hat ein Gravelbike für LeBron James massfertigen lassen, den bekanntesten Basketballprofi der Gegenwart. 

Investor seit 2022 

Die Kooperation zwischen dem 41-jährigen US-Amerikaner und Canyon mag eingangs erstaunen, kommt jedoch nicht von ungefähr. Schliesslich ist der auch als Businessmann äusserst erfolgreich agierende James (sein geschätztes Nettovermögen soll sich auf rund 1,4 Milliarden US-Dollar belaufen) seit 2022 als Investor an Canyon beteiligt. Dass Reichweite und Popularität des Basketballstars irgendwann für ein öffentlichkeitswirksames Projekt dienlich sein würden, ist nur schlüssig.

Mit der Sonderanfertigung, deren Details Canyon in einem aufwendig produzierten Video darlegt, trifft der Hersteller denn auch einen Nerv. Zum einen, weil er sich im Bestreben, jeder und jeden zu erreichen nahezu mühelos am Zeitgeist orientiert.

Denn gesundheitsbewusste Hobbyathleten möchten sich heute nicht durch eine einzelne Sportart definieren. Sie sind nicht nur Gümmeler, Jogger, Schwimmer, Kraft- oder Mannschaftssportler, sondern am liebsten gleich alles in einem. Sport ist trendy, egal in welcher Ausprägung.

Besser als Federer: LeBron James trägt Helm 

Und James’ Canyon-Velo gibt nun sinngemäss auch dem letzten Basketball-Liebhaber zu verstehen: Es ist nicht uncool, auf einem Gravelbike zu sitzen. Auch wenn man in der Freizeit eigentlich am liebsten Bälle auf einen Korb wirft. Tatsächlich hat es James hat es bei einer Testfahrt mit seinem neuen Zweirad sogar hingekriegt, einen Velohelm zu tragen. Etwas, auf das Roger Federer in einem kürzlich veröffentlichten Werbespot des Sportartikelherstellers «On» verzichtet hat und dafür öffentlich kritisiert worden war.

Canyons Gespür für Trends zeigt sich auch darin, dass das für LeBron James sondergefertigte «Grizl» mit 32-Zoll-Laufrädern bestückt worden ist. Ein Durchmesser, der für einen Menschen von 2,06 Metern Körpergrösse wie James alternativlos scheint. Doch auch für Personen, die zwar gross sind, aber nicht selbst Basketballermasse aufweisen, werden 32-Zoll-Bikes in der Gravelszene immer interessanter – dank mehr Laufruhe und Effizienz auf unebenem Untergrund. 

Für Aufsehen sorgte der neue Laufradstandard in diesem Jahr unter anderem im US-Bundesstaat Kansas, als der Schweizer Robin Gemperle mit einem 32-Zoll-Prototyp dort das anspruchsvolle Gravel-Rennen Unbound XL gewann

Es bleibt beim Einzelstück 

Der Haken: Serientauglich sind die grösseren Räder nicht, weil gewisse Rahmenkomponenten in der Regel nicht einfach hochskaliert werden können, sondern eigens angefertigt oder zumindest modifiziert werden müssen. Zu sehen auch beim 3XL-Bike von LeBron James, das etwa über spezielle Steckachsen verfügt, um den erhöhten Belastungen gerecht zu werden. 

Damit bleibt es also vorerst beim Einzelstück. Gleichwohl hat Canyon mit seinem PR-Streich erneut meisterhaft auf der Klaviatur der Aufmerksamkeit gespielt. Und obendrein neue Erkenntnisse gesammelt, falls sich 32-Zoll-Räder irgendwann doch als zusätzlicher Standard etablieren sollten.

E-Rennrad Canyon Endurace Onfly CF7 im Test
E-Bike , Ausprobiert

Canyon «Endurace:ONfly CF 7»: Leichtfüssiger Kletterer

Canyon «Spectral:ON CF» «Torque:ON CF» E-Mountainbikes Sicherheitskontrolle Akkus notwendig.
News

Akkus von Canyon E-Mountainbikes müssen kontrolliert werden

Rennräder stehen vor einer schwarzen Wand.
News

Canyon expandiert nach China und setzt neu auch auf Amazon