Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
Test,
06.03.2026
Nichts bremst eine Velotour schneller als ein platter Reifen. Doch wie pumpt man sich am besten zurück in den Sattel? Mit Muskelkraft, Akku oder Kartusche? Wir haben drei Arten von Pumpen für jeden Geschmack getestet.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
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06.03.2026
Welche Pumpe füllt den Reifen unterwegs am besten? Wir haben es getestet. (Fotos: Mirjam Graf)
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Die Panne mit dem Platten ist der Velotouren-Klassiker. Der wohl häufigste Defekt am Zweirad ist aber auch unterwegs einfach zu beheben – sofern man eine Pumpe dabeihat. Ob auf Weltreise oder einfach auf der Feierabendrunde: Eine Notfall-Pumpe gehört zur Grundausrüstung jeder Velofahrerin. Dabei hat man die Qual der Wahl. Neben den altbekannten manuellen Pumpen sind zunehmend auch Adapter, die CO₂-Gas aus einer Kartusche blitzschnell in den platten Reifen leiten, und kompakte Kompressoren mit Akku verbreitet.
Komfort, Gewicht und Einsatzbereich dieser Produkte unterscheiden sich deutlich. Zusammen mit dem TCS hat Velojournal alle drei Pumpenarten getestet. Dabei wurden pro Produktkategorie jeweils vier bis fünf repräsentative, schweizweit viel verkaufte Modelle unter 150 Franken verglichen. Der Test zeigt Stärken, Schwächen und Einsatzgebiete für jeden Typ auf.
Eine Pumpe für den mobilen Einsatz muss vor allem eines: zuverlässig Luft in den Reifen bringen. Der Pumpvorgang soll komfortabel, weder komplex noch unnötig anstrengend sein und bestenfalls nicht zu lange dauern.
Wichtig ist die Vielseitigkeit des kleinen Notfallhelfers. Idealerweise lässt sich die Pumpe für alle Fahrzeuge und Ventiltypen auf der Tour nutzen, sei es das Kindervelo, das E-Bike oder der Anhänger. Für den Einsatz unterwegs zählen ausserdem Grösse, Gewicht, Befestigung am Velo, Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit sowie eine gewisse Wasserdichtigkeit.
Beste elektrische Pumpe: Cycplus «AS2 Pro»
Beste manuelle Pumpe: Lezyne «Pocket Drive» von Lezyne
Beste Kartuschenpumpe: Lezyne «Control Drive»
+ kein Kraftaufwand
– hohes Gewicht
Elektrische Pumpen punkten mit ihrer leichten Handhabung. Sie übernehmen die Handarbeit vollständig und ermöglichen dank Digitalmanometer ein präzises Einstellen des Reifendrucks.
Sie richten sich vor allem an komfortorientierte E-Bike-Fahrende oder Sportler, die den Reifendruck häufig und sehr genau einstellen möchten. Gleichzeitig ist der kleine Elektrokompressor mit seinem durchdringenden Brummen deutlich hörbar. Nichts für Puristinnen, die an einem idyllischen Aussichtspunkt mit Vogelgezwitscher nachpumpen wollen. Ausserdem sind die Einsatzmöglichkeiten durch die jeweilige Akkukapazität limitiert. Je grösser und schwerer eine elektrische Pumpe ist, desto länger hält in der Regel auch ihr Akku.
Die meisten Elektrokompressoren sind kaum wasserdicht und können daher nicht direkt am Velorahmen befestigt werden, was Platz in Tricot oder Velotasche verschwendet. Dafür bieten Elektropumpen die höchste Einsatzvielfalt. Als einzige Pumpenart im Test eignen sie sich dank flexiblem Pumpschlauch auch für Trottinetts und die Modelle mit grossem Akku auch für Autoreifen.
Insbesondere die kompakten Modelle «Airmach Electric» der Marke Muc-Off und «AS2 Pro» von Cycplus überzeugen durch hohe Qualität, sind aber gleichzeitig die teuersten Produkte im Test. Schwere und günstigere Lösungen wie die «Akku Druckluftpumpe» von Bosch oder die «Inflate 2000» von Osram eignen sich eher für den Heimgebrauch als für die sportliche Velotour.
+ maximale Einsatzbereitschaft
– lange Pumpdauer
Manuelle Pumpen sind der Klassiker – robust und unabhängig von Strom oder Kartuschen. Sie sind der ideale Begleiter für das Velo-Weitreisen und für alle, die eine günstige, zuverlässige Lösung ohne Schnickschnack suchen. Manuelle Pumpen punkten mit kleinem Packmass, sind ökologisch sinnvoll und jederzeit einsatzbereit.
Ihr Nachteil liegt in der manuellen Bedienung: Für den prallen Reifen sind Kraftaufwand und physische Betätigung unumgänglich. Je kleiner die Pumpe, desto mehr Kraft ist nötig und umso länger dauert der Pumpvorgang in der Regel. So liegt auch der erreichbare Maximaldruck bei manuellen Pumpen tiefer als bei anderen Systemen. Ein Manometer ist bei den meisten Produkten nicht vorhanden, was etwas Fingerspitzengefühl für den gewünschten Reifendruck erfordert.
Die manuelle Pumpe «ZT-702» von Airbone ist die kleinste im Test und überzeugt wie auch die «Pocket Drive» von Lezyne durch hochwertige Verarbeitung. Das günstigste Produkt im Test mit Druckanzeige ist die «Luftpumpe» der Marke Fischer.
+ geringes Gewicht
– limitiert auf einen Pumpvorgang pro Kartusche
Kartuschenpumpen sind Spezialwerkzeuge für den schnellen Einsatz. Sie sind extrem klein und leicht, das Hauptgewicht liegt bei der Kartusche selbst. Nach jedem Pumpvorgang muss der CO₂-Behälter gewechselt werden.
Dafür pumpt kein anderes System im Test schneller. Deshalb sind die Kartuschenadapter besonders für Tubeless-Reifen geeignet, da hier im Falle einer Panne in kurzer Zeit viel Luftvolumen benötigt wird. Gleichzeitig ist ihr Einsatzbereich jedoch eingeschränkt, da sie sich kaum für Kindervelos, Autoreifen oder Bälle eignen.
Wer vom maximal kurzen Pumpvorgang profitieren will, sollte vor der ersten Tour besser üben. Die Anwendung erfordert Fingerfertigkeit. Ist die Kartusche nicht korrekt aufgesetzt, verpufft das unter Druck stehende Gas und damit die einzige Chance auf baldige Weiterfahrt rasch ausserhalb des Reifens. CO₂-Kartuschen kühlen durch das schnelle Ausströmen des Gases stark ab. Eine korrekte Anwendung ist deshalb auch zur Vermeidung von Kälteverletzungen wichtig.
Besonders überzeugt hat die «Control Drive» von Lezyne, die dank klarer Beschriftung auch bei der ersten Anwendung intuitiv funktioniert. Günstigere Modelle wie «Air Plush» von BBB oder der «Airbuster»-Adapter von SKS erfordern das manuelle Überwinden einer Druckstufe und sind komplexer zu bedienen.
Für ein effizientes Pumpen braucht es eine saubere Verbindung von Pumpkopf und Ventil. Dafür haben Hersteller drei verschiedene Systeme entwickelt:
komfortabel
Elektrische Pumpen und einige manuelle Modelle nutzen einen Schlauch mit Drehverschluss.
Diese Lösung ist intuitiv und komfortabel. Beim Abschrauben kann sich jedoch das Ventilinnenstück lösen, sodass die gesamte Luft aus dem Reifen entweicht.
Deshalb sollte bei diesem System das Innenventil gut festgezogen und ein passendes Werkzeug mitgeführt werden.

Die «AS2 Pro» von Cycplus für 77.90 Franken überzeugt mit präziser Druckanzeige und vielseitigen Adaptern für Bälle und Luftmatratzen. Insbesondere Mountainbike-Reifen lassen sich exakt auf den Wunschdruck bringen. Die Bedienelemente und das Display der «AS2 Pro» sind allerdings recht klein.

Die «Pocket Drive» von Lezyne für 24.30 Franken bietet dank Pumpschlauch komfortables und flexibles Pumpen. Die ausgeklügelte Rahmenbefestigung erleichtert den Transport. Einzig der kleine Knopf für das Ablassen von Druck ist schwer zu bedienen.

Ebenfalls von Lezyne stammt die «Control Drive» für 23.70 Franken, die hochwertig gefertigt ist. Der Lezyne-Adapter vereinfacht durch eine klare Beschriftung die Handhabung. Zudem schützt eine thermische Abgrenzung zwischen den Bauteilen die Finger vor Kälteverbrennung.
Zur Beurteilung des Pumpvorgangs wurden alle Pumpen von Experten am Presta-Ventil bedient. Bewertet wurden Komfort, Komplexität, Haptik und Lautstärke. Die Pumpdauer wurde an einem Rennvelo- und einen Mountainbike-Reifen gemessen.
Für den Einsatz unterwegs wurden Gewicht und Abmessungen gemessen sowie Transportlösungen und die Bedienung mit Handschuhen verglichen. Die Anzahl möglicher Pumpvorgänge wurde an einem E-Bike-Reifen (50-622) getestet. Alle Pumpen durchliefen einen realistischen Wasserdichtigkeitstest in der vom Hersteller vorgesehenen Halterung oder Verpackung.
Zusätzlich flossen die Einsatzvielfalt (Ventiltypen, Kindervelos, Trottinetts, Bälle, Luftmatratzen), die Manometer-Genauigkeit bei 4 bar, die Reparaturfähigkeit des Pumpkopfs sowie der erreichbare
Maximaldruck in die Bewertung ein.

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