Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
Ausprobiert,
News,
20.05.2024
Die belgische E-Bike-Marke Specter nennt die höchste Unterstützungsstufe ihrer schnellen Elektrovelos «Fly». Velojournal begab sich auf einen Testflug mit dem Speedpedelec, das Stromer und Opium Konkurrenz macht.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
Ausprobiert,
News,
20.05.2024
«Specter 1: Long Range»: Schnelles E-Bikes mit Doppelmotor und zwei Akkus. (Foto: Anna Hostettler)
Mit tiun erhalten Sie unbeschränkten Zugriff auf alle Velojournal-Premium-Inhalte. Dabei zahlen Sie nur, solange Sie lesen.
Sie haben bereits ein Velojournal-Abo? Hier einloggen
Die belgische Marke «Specter» ist seit Kurzem auch in der Schweiz präsent. Das Testmodell «Specter 1: Long Range» fällt mit seiner markanten Rahmenform und dem schwarzen Kasten im Rahmendreieck sofort auf.
Die markante Form ist möglich, weil der Hersteller die Fahrradrahmen komplett aus Carbon fertigt. Auch die Gabel, die «Flybridge» genannte Sattelstütze mit 35 mm Federweg und der als «Cockpit» bezeichnete markante Lenker mit integriertem Display sind aus Kohlefaser.
Der Touchscreen des «Cockpits» steuert die wichtigsten Funktionen. Während der schnellen Fahrt können die Hände aber am Lenker bleiben, die Motorunterstützung lässt sich per Knopfdruck am Lenker ändern. Das Bike ist über ein 4G-Modem mit dem Hersteller verbunden. Für die Navigation, Wetter- und Windinformationen braucht das Elektrovelo eine Verbindung zum Smartphone.
Durch den Einsatz von viel Carbon kann Specter das Gewicht der E-Bikes verhältnismässig tief halten. Mit etwas über 26 kg ist das Testbike zwar kein Fliegengewicht. Für ein Elektrovelo mit einer Akkukapazität von total 1200 Wh ist das Gewicht aber beachtlich.
Immerhin sind zwei Akkus verbaut. Der eine befindet sich im kleinen schwarzen Kasten und ist nicht abnehmbar. Der zweite Akku ist ins Unterrohr integriert und kann bei Bedarf entnommen werden. Da der kleine Akku aber nur am Velo geladen werden kann, erübrigt sich das Entnehmen des zweiten Akkus in der Praxis auch. Das «Specter» braucht einen Parkplatz mit Steckdose.
Speziell ist aber nicht nur der grosse Stromspeicher, sondern auch die Motoren: ja, plural! Im Unterschied zum Standardmodell «Specter 1» kommen beim auf ultimative Leistung getrimmten Spitzenmodell «Long Range» ein Sachs-«RS»-Mittelmotor und ein zusätzlicher Frontnabenmotor zum Einsatz.
Laut Specter erreichen die Motoren ein Drehmoment von 136 Nm. Die Kraft wird mittels Gates-Riemenantrieb übertragen, geschaltet wird automatisch mit der «Heavy Duty Automatiq»-Nabenschaltung von Enviolo. Wer möchte, kann im Fahrbetrieb die Automatikfunktion auch auf «Manuell» stellen und die sechs Gänge einzeln per Knopfdruck am Lenker schalten.
Beindruckend ist der Vortrieb, den das schnelle Elektrovelo erzeugt. Die Kraft der Motoren ist deutlich spürbar. Für das Fahren stehen bei Specter die drei Modi «Range», «Chill» und «Fly» zur Verfügung. Beim ersten Modus hört die Motorunterstützung bei etwas über 30 km/h auf, was zum einen Akku spart, zum anderen in 30er-Zonen praktisch ist und hilft, das Tempolimit zu wahren. Im zweiten Modus gehts dann schon richtig zur Sache. Im Flugmodus lassen die zwei Antriebe vollends ihre Muskeln spielen und bringen auf flacheren Etappen Bike und Tester mühelos auf die maximale Reisegeschwindigkeit.
Die heimische Bergstrecke erklimmen der Journalist und das «Long Range» mit einem 40er-Schnitt und machen damit fast den lärmigen Motorrädern Konkurrenz. Apropos lärmig: Leise sind die zwei E-Bike-Motoren nicht. Besonders der Frontnabenmotor surrt deutlich vor sich hin, was laut Specter bei künftigen Motorgenerationen nicht mehr der Fall sein soll.
Ebenfalls nicht vorkommen sollte der Ausfall des Frontmotors während einer der Testfahrten. Mit dem Mittelmotor lässt sich das «Specter»-Bike zwar weiterhin sicher steuern und fahren, aber das Fluggefühl ist reduziert. Der Hersteller konnte den Ausfall auf ein Batterieproblem zurückführen. Nach einem Wechsel des Hauptakkus lief das Elektrovelo wieder wie zuvor. Fazit: Die Platzhirsche Stromer und Opium haben Konkurrenz erhalten.
Speedpedelec für Personen mit grossem Portemonnaie und Freude an neuster Technik: «Specter 1: Long Range». (Foto: Fabian Baumann)
Motoren: Sachs «RS» Mittelmotor und Specter-Frontnabenmotor, 1200-Wh-Akku
Schaltung: Enviolo-«Heavy Duty Automatiq»-automatische-6-Gang-Nabenschaltung
Gewicht: 26,2 kg
Preis: ab Fr. 11'550.–
specter.bike

Abonnieren Sie den Velojournal-Newsletter. Als Dankeschön erhalten neue Abonnenten eine Velojournal-Ausgabe kostenlos.
Jetzt abonnieren!
01. Mai 2026
Eröffnung Foppa Trail – First Ride
Gemeinsam feiern wir die Eröffnung des Foppa Trails, des ersten grünen Biketrails in der Region Flims Laax.
...
02. Mai 2026
Wallfahren auf dem Velo
Pilgern lässt sich auch auf zwei Rädern. Die Velowallfahrt von Luzern nach Einsiedeln findet am Samstag, 2....
03. Mai 2026
Slowup Werdenberg-Liechtenstein
Auf beiden Seiten des Rheins führt der familienfreundliche SlowUp vorbei am Fuss des Fürstenschlosses durch...
08. bis 10. Mai 2026
Beyond Normal Cycling
Premiere in Zürich: Die lokale Rahmenbau-Szene lädt zur einzigartigen Ausstellung handgemachter Velos.
...
09. Mai 2026
Beyond Normal Cycling Talk: Alles Nische oder was?
Velojournal präsentiert: Alles Nische oder was? Handgemachte Velos im Gesamtmarkt. Mit: Pete Mijnssen,...
Zu den Terminen
Cycljobs ist die Stellenbörse der Schweizer Velobranche. Neuer Job gesucht? Hier finden Sie ihn.
Offene Stellen ansehenHaben Sie Fragen zu Ihrem Abonnement? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Aboservice und Rechnung
Velomedien AG / Velojournal
Claudia Frei
Kalkbreitestrasse 33
8003 Zürich
Telefon: +41 44 241 60 32
administration@velojournal.ch