Ausprobiert: Specialized «Sawtooth 2Bliss Ready»

Der «Sawtooth» ist der Specialized-­Fahrradreifen für Abenteuer auf der Strasse und im Gelände. Ob er damit der perfekte Gravelpneu ist, zeigt der Velojournal-Langzeittest.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
Ausprobiert, 22.03.2021

Ich gehörte lange zu denen, die dachten: «Reifen ist Reifen. Hauptsache, er hat einen guten Pannenschutz.» Dass das ein Irrtum ist, bemerkte ich nach dem Kauf meines Gravelbikes. Ab Werk war es mit Reifen ausgerüstet, die auf Kies passabel liefen. Beim Einsatz auf der Strasse litten sie aber. Die Dichtmilch im Schlauchlos-Laufrad verhinderte mehre Defekte wegen Glassplittern oder Ähnlichem.

Nach wenigen Monaten hatte der hintere Reifen aber einen derart grossen Hick, dass selbst die Dichtmilch nichts mehr ausrichten konnte. Ein Reifen musste her, der für den täglichen City-Einsatz gerüstet ist, aber auch auf Wochenendtouren im Gelände gute Dienste leistet.

Fündig wurde ich bei den «Sawtooth» von Specialized. Ein spezielles Lamellenprofil sorgt dafür, dass die Pneus auf Asphalt gut rollen und auf Kieswegen nicht so rasch den Grip verlieren. Um die Widerstandsfähigkeit zu verbessern, sind die «Saw­tooth» mit einer verstärkten Karkasse ausgerüstet. Der Hersteller verspricht, dass die Reifen auch bei wenig Luftdruck stabil auf der Felge halten.

Auf der Strasse überzeugen die Pneus durchs Band. Auf rund 65 bis 72 psi (4,5–5 Bar) gepumpt, rollen die breiten Reifen fast so widerstandslos, wie man es sich von dünnen Rennvelopneus her gewohnt ist. Und auch auf Wald- und Forstwegen, Kies sowie grobem Schotter sind die «Sawtooth» in ihrem Element; dort auch mit tieferem Reifendruck (30–40 psi / 2–2,75 Bar).

Selbst in Kurven hat man nie das Gefühl, dass die Pneus den Bodenkontakt verlieren. Einzig auf nassem und matschigem Waldboden fehlt es ihnen etwas an Grip. So kann es durchaus passieren, dass die Pneus in tiefem Matsch durchdrehen und man absteigen muss.

Specialized «Sawtooth 2Bliss Ready», 700 × 42C, Fr. 46.90

Getestet: etwa 2300 km, davon rund 400 km im Gelände.

+ Multitalent

+ sehr guter Grip auf Asphalt, Kies und festem Schnee

+ robust und pannensicher

- etwas zu wenig Grip auf matschigem Untergrund