Fabian Baumann, Laurens van Rooijen
News,
28.09.2021
Ihr Name war Bond: Zunächst unter dem Markennamen Smide lanciert, fanden die schnellen Sharingbikes schnell Verbreitung in Bern und Zürich. Im September verschwanden sie plötzlich von den Strassen. Die Firma ist pleite.
Fabian Baumann, Laurens van Rooijen
News,
28.09.2021
Die Leihvelos des Anbietes Bond waren einst überall in der Stadt Zürich zu sehen. Nun sind sie von den Strassen verschwunden. (Foto: ZVG)
Regelmässige Nutzerinnen und Nutzer waren die Ersten, die merkten, dass etwas nicht stimmt. Die Anzahl der von Bond Mobility, ehemals Smide in der Stadt Zürich verfügbaren schnellen Elektrovelos nahm stetig ab. Auf der Strasse stehende Bond-Räder waren zudem oft wegen Defekten nicht fahrbar.
Im App-Store häuften sich darauf negative User-Meldungen.
Ein Bond-Kunde schrieb am 17. September:
«Seh seit mehreren Tagen nur noch ein Velo in der ganzen Stadt auf der Karte – rumstehen würden sie aber schon.»
Und ein anderer ergänzte:
«Seit der Umbenennung von Smide ist Bond eine Enttäuschung: Defekte Bikes, fehlender Unterhalt, eine katastrophale App und seit neustem keine verfügbaren Bikes mehr auf Zürcher Stadtgebiet. Kein Kundensupport und Keine Antworten auf Anfragen. Schade, hier wird eine sehr gute Idee an die Wand gefahren» [sic].
Während im Frühjahr tatsächlich noch Hunderte der Sharingbikes lokalisierbar waren, zeigte die Bond-App zuletzt noch nur eine Handvoll. Mittlerweile werden überhaupt keine Räder mehr angezeigt.
Kundinnen beklagten sich auch zunehmend, dass der Support von Bond Mobility weder telefonisch erreichbar noch auf Fragen oder Beschwerden per E-Mail antworte. Bereits im August 2020 hatte Bond Mobility zuerst die Leihräder aus Bern und wenige Wochen später aus Hamburg und München abgezogen.
Nun verschwanden die schnellen E-Bikes von Bond Mobility auch aus den Strassen von Zürich. Die offizielle Begründung des Unternehmens klang wenig überzeugend: Wegen technischer Probleme mit der App seien nicht alle verfügbaren E-Bikes auch tatsächlich buchbar, sagte ein Bond-Mitarbeiter gegenüber «Watson».
Zudem werde man die Leihflotte Ende September in die Winterpause schicken, weil sich das Sharing-Geschäft im Winter nicht lohne. Allerdings fand sich weder in der App noch auf der Webseite des Sharing-Anbieters ein Hinweis auf die Winterpause. Stattdessen: Funkstille.
Fragen zur Liquidität des Unternehmens beantwortete Bond-Mobility-CEO Stephan Müller gegenüber «Watson» nicht. Mittlerweile ist auch klar, warum der CEO schwieg. Die Firma Bond Mobility ist pleite. Laut Handelsregister wurde das Konkursverfahren per 16. September eröffnet, das Unternehmen befindet sich somit offiziell in Liquidation.

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