Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
21.01.2026
Basel plant mehrere neue Velobrücken und -tunnel beim Bahnhof SBB. Der Grosse Rat des Stadtkantons hat dafür einen Planungskredit bewilligt.
Aline Kuenzler,
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(aline.kuenzler@velogisch.ch)
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21.01.2026
Gleise prägen das Basler Stadtbild zwischen den Quartieren “Gundeli” und Innenstadt. (Bild: Sabine Schneeberger, Kanton Basel Stadt)
Gleich mehrere Velobrücken, -tunnels und Gleisquerungen sollen beim Bahnhof Basel SBB entstehen. Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat am 14. Januar 2026 mit klarer Mehrheit den entsprechenden Planungskredit von rund 6,3 Millionen Franken bewilligt. Damit werden die nächsten Schritte für mehrere Veloinfrastruktur-Projekte ausgelöst, die den stark frequentierten Verkehrsknoten in ein sicheres und direkteres Velonetz einbetten sollen.
Aktuell gilt der Bahnhof in Basel als «Riegel zwischen der Innenstadt und dem «Gundeli», dem Quartier jenseits der Zuggleise, wie Regierungsrätin Esther Keller im Grossen Rat erklärte. Die Stadt sei durch die Gleise zerteilt, führte Brigitta Gerber von der Partei BASTA! weiter aus.
Die Entriegelung des Bahnhofs mit den zahlreichen Infrastrukturprojekten für den Velo- und Fussverkehr war ursprünglich Teil des «Herzstücks». Dieses Projekt einer unterirdischen S-Bahn wurde allerdings Ende 2025 zugunsten einer Durchmesserlinie zwischen den beiden Basler Bahnhöfen begraben.
Was bleibt, ist das Bedürfnis nach einer einfacheren Querung des Gleisfeldes im Herzen der Stadt.
Fussgänger und Velofahrerinnen sollen dank fünf neuen Projekten einfacher von der Innenstadt ins «Gundeli»-Quartier gelangen sowie sich sicher und direkt rund um den Bahnhof bewegen können.
Zu den vorgesehenen Projekten gehören unter anderem die sogenannte «Zollibrücke», die eine neue Fuss- und Veloverbindung über den Zoo schaffen soll, eine Gleisfeldquerung für das genannte «Gundeli», sowie weitere Veloverbindungen beim Güterbahnhof Wolf. Auch eine Unterführung für Velofahrende steht auf der Planungsagenda. Zudem wird geprüft, ob ein Velotunnel zwischen Meret-Oppenheim-Strasse und Centralbahnplatz realisiert werden kann.
Unter anderem der Centralplatz in Basel soll für Velos sicherer und attraktiver werden. (Bild: Sabine Schneeberger, Kanton Basel Stadt)
In der Parlamentsdebatte wurden die Chancen und Herausforderungen dieser grossen Veloplanung klar angesprochen. Pascal Messerli von der SVP beschwert sich ob der grossen Zahl der Projekte, dass «sehr viel für den Velo- und Fussverkehr, aber sehr wenig für den motorisierten Individualverkehr», getan würde. Ebenso wurde die Realisierbarkeit von Nicole Strahm-Lavanchy von der LDP in Frage gestellt: «Eine schnelle Umsetzung ist leider bei keinem dieser Projekte gegeben». Dass die Infrastrukturprojekte noch viele Hürden nehmen müssen, bestätigte Stefan Wittlin von der SP. Der Kanton sei in der Umsetzung schliesslich stark von der SBB abhängig. Trotzdem ist Wittlin «euphorischer und zuversichtlicher, dass dies uns weiterbringen, dieser Stadt und den Menschen dieser Stadt zugutekommen wird».
Unabhängig vom geplanten Grossprojekt «Herzstück» kann die weitere Planung gemäss der Baudirektorin Esther Keller nun rascher voranschreiten. So sieht sie die aktuelle Situation als Chance und will nun um den Bahnhof herum «vorwärts machen».
Trotz dieser Differenzen blieb in der Gesamtabstimmung eine breite Zustimmung erhalten. Lediglich die SVP stellte einen Rückweisungsantrag, der mit einer klaren Mehrheit abgelehnt wurde. Die Parlamentsmehrheit sah in der Bewilligung des Kredits eine wichtige Grundlage, um die Veloinfrastruktur rund um den Bahnhof zukunftsgerichtet auszubauen und das städtische Velonetz zu verbessern.
Diese politische Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Basel bereits andere Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs umsetzt: So entstehen auf verschiedenen Strassen Velovorzugsrouten und Velostrassen, die das städtische Velonetz stärken. Der Kantonsrat plant weitere Ausbauetappen, um die Verkehrssicherheit und den Komfort für Velofahrende zu erhöhen.
Mit dem gesprochenen Planungskredit beginnt nun die vertiefte Ausarbeitung konkreter Projektstudien. Ob und wie schnell die einzelnen Velobrücken, Querungen und Tunnelbauten tatsächlich realisiert werden können, hängt anschliessend von weiteren Entscheidungen, konkreten Bauvorlagen und letztlich auch von der Finanzierung in den kommenden Jahren ab.

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