Frederic Härri,
Redaktor
(frederic.haerri@velojournal.ch)
News,
14.08.2026
Achtlos abgestellte Leihfahrzeuge auf Zürcher Trottoirs werden zunehmend zum Problem. Deshalb will die Stadt nun Massnahmen ergreifen. Das freut die einen und ärgert die anderen.
Frederic Härri,
Redaktor
(frederic.haerri@velojournal.ch)
News,
14.08.2026
Leihanbieter von E-Scooter und E-Bikes profitieren vom Free-Floating-Ansatz. Damit könnte es vielleicht bald vorbei sein. (Foto: zVg)
Die Leihgefährte von Anbietern wie Lime, Bolt oder Voi sind seit einigen Jahren Teil des Schweizer Stadtbilds. Der praktische Nutzen der E-Scooter und E-Bikes ist schnell ersichtlich: Via App können sie bequem entriegelt und nahezu überall abgestellt werden. Es ist dies der sogenannte Free-Floating-Ansatz, an welchem sich die Befürworter solcher Fortbewegungsmittel erfreuen.
Doch damit könnte bald Schluss sein – zumindest in der Stadt Zürich. Das jedenfalls legt ein Artikel des «Tages-Anzeiger» nahe. Demnach sollen die Fahrzeuge im Kreis 1 und in Bahnhofsnähe künftig nur noch an vorgeschriebenen Stationen parkiert werden dürfen. Vergleichbar ist jenes Prinzip mit jenem der Publibikes, für die in der Stadt verteilt festgelegte Zonen bestehen.
Hintergrund der geplanten Änderung sind Sicherheitsbedenken. Achtlos auf Trottoirs abgestellte E-Scooter oder E-Bikes sind nicht lediglich ein Ärgernis, sondern stellen auch ernstzunehmende Hindernisse für gehbehinderte Personen dar. Aus diesem Grund plant das Sicherheitsdepartement der Stadt zudem, die Gesamtzahl der Leihfahrzeuge auf 3000 zu beschränken. Dies käme mehr als einer Halbierung der derzeitigen Flotte gleich. Gegenwärtig bieten acht Firmen 7350 Fahrzeuge an, künftig soll es nur noch deren drei Anbieter geben, wie der «Tages-Anzeiger» erfahren hat.
Für die einen gehen die geplanten Einschränkungen zu weit, für andere nicht weit genug. SP und Grüne fordern in einem Postulat, dass das stationäre Parkieren in der ganzen Stadt gelten soll. Die Alternative Linke stellt sich einen städtischen Dienst vor, der missbräuchlich abgestellte Leihfahrzeuge entfernt. Die eingezogenen Fahrzeuge könnten von den Anbietern gegen eine Gebühr zurückgeholt werden.
«Die Firmen würden ihre Kundinnen und Kunden besser dazu ermahnen, korrekt zu parkieren», folgert AL-Gemeinderat Michael Schmid gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
FDP und SVP lehnen die links-grünen Vorstösse ab. Das stationäre Modell – speziell in Aussenquartieren der Stadt – würde das Geschäft der Anbieter gefährden, heisst es. «Der Eingriff in die Privatwirtschaft ist zu gross», findet SVP-Gemeinderat Stephan Iten.
Wie gehen derweil die Leihunternehmen mit dem Problem der falsch parkierten Trottinette und E-Bikes um? Mit Eigeninitiative, wie es scheint: Einige Anbieter haben eine Online-Plattform eingerichtet, auf welcher missbräuchlich abgestellte Fahrzeuge gemeldet werden können. Und der Anbieter Lime führt seit einigen Monaten Fusspatrouillen an stark frequentierten Orten durch.
Noch vor den Herbstferien soll das Postulat von SP und Grüne im Stadtparlament diskutiert werden. Ob die privaten Anbieter dem Beispiel von Publibike folgen müssen und stationär gebunden werden, wird sich in den kommenden Monaten weisen.

Abonnieren Sie den Velojournal-Newsletter. Als Dankeschön erhalten neue Abonnenten eine Velojournal-Ausgabe kostenlos.
Jetzt abonnieren!
17. Oktober 2026
Gravel Festival Bern
Aus dem Gravel Ride & Race Bern wird das Gravel Festival Bern. Was als sportlicher Wettkampf begann, hat...
23. bis 24. Oktober 2026
Women in Cycling Leadership Masterclass
Die Women in Cycling Leadership Masterclass in Paris richtet sich an Frauen, die Veloförderung und...
24. bis 25. Oktober 2026
Hike & Bike zwichen Palmen, Graten und Gipfeln
Ein Wochenende im goldenen Tessin – zwischen Lago Maggiore, aussichtsreichen Graten und mediterranem Flair....
24. Oktober 2026
Kidical Mass
Die Kidical Mass ist ein Veloumzug für Kinder und Familien. In gemütlichem Tempo fahren die Kids im Verbund...
25. Oktober 2026
Best of Africa - 26'000 Kilometer mit dem Velo durch Afrika
Seit 33 Jahren radelt Markus Greter etappenweise um den Globus. 119 000 Kilometer hat er bereits...
Zu den TerminenHaben Sie Fragen zu Ihrem Abonnement? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Aboservice und Rechnung
Velomedien AG / Velojournal
Claudia Frei
Kalkbreitestrasse 33
8003 Zürich
Telefon: +41 44 241 60 32
administration@velojournal.ch