Reiseziele 2026: Aufsteiger und Klassiker

Als Inspiration für den nächsten Städtetrip lohnt sich ein Blick über die Landesgrenzen. Das aktuelle Velostädte-Ranking kürt die fahrradfreundlichsten Städte der Welt – und liefert fünf perfekte Destinationen.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
Reisen, 06.03.2026

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Viele Städte befinden sich im Wandel. Immer mehr Metropolen erkennen, dass Lebensqualität und Veloverkehr Hand in Hand gehen. Doch in welchen Städten rollt es sich am besten? 

Für unsere Auswahl haben wir den frisch veröffentlichten Copenhagenize Index 2025 konsultiert. Die renommierte Rangliste bewertet weltweit Städte hinsichtlich ihrer Fahrradfreundlichkeit, Infrastruktur und Planungskultur. Wir stellen fünf Höhepunkte aus den weltweiten Top 30 vor, die zeigen, wie die Verkehrswende gelingt. 

Alle Städte sind ab der Schweiz bequem per Bahn erreichbar und das eigene Velo reist für das Sightseeing mit.

Kopenhagen

Die globale Referenz

Die dänische Metropole gilt längst als die Velostadt schlechthin. Auch wenn Kopenhagen in der Rangliste der fahrradfreundlichsten Städte 2025 knapp hinter Utrecht auf Platz 2 landete: 
Die Stadt ist zweifellos eine Reise wert. Mit 52 Kilometern geschützten Radwegen pro 100 Kilometern Strasse verfügt Kopenhagen über die wohl dichteste Veloinfrastruktur der Welt. Das zahlt sich aus: Knapp ein Drittel aller städtischen Wege werden hier mit dem Velo zurückgelegt.

Das sagt das Ranking: «Die Stadt bleibt eine der einflussreichsten Referenzen im globalen Fahrrad-Urbanismus. Ein Ort, an dem Gestaltungsprinzipien und eine Kultur der Planung die Fahrradpolitik weit über die Grenzen Dänemarks hinaus geprägt haben.»

Anreise: 13,5 h ab Zürich HB.

Hinweis: Veloplätze im ICE bis Hamburg sind reservationspflichtig.

Gent

Vorbild für Verkehrsberuhigung

Gent (Rang 3) trumpft mit dem grössten verkehrsberuhigten Stadtzentrum Europas auf – ideal, um die Stadt im Sattel zu erkunden. Bereits seit 1992 fördert Gent das Radfahren aktiv. Heute verfügt die Stadt über ein ausgedehntes Netz, das sich über verkehrsberuhigte Quartiere, fast 20 Kilometer Fahrradstrassen und mehr als 300 Kilometer geschützte Radwege erstreckt. Diese Infrastruktur wird geschätzt: Der Modalsplit des Veloverkehrs liegt bei beachtlichen 34 Prozent.

Das sagt das Ranking: «Bei Gent sprechen wir nicht nur über Infrastruktur, sondern über ein Statement zur Lebensqualität. Es wird deutlich, dass Velos zum Herzstück des städtischen Lebens gehören. Die Kombination aus intelligenter Planung und politischem Mut hat Gent nicht nur velofreundlich, sondern auch zutiefst menschenfreundlich gemacht.»

Anreise: ca. 7 h ab Zürich HB, 6 h ab Basel SBB.

Hinweis: Im TGV nach Paris und weiter im Eurostar reist das Velo verpackt im Transportsack (max. 90 × 130 × 50 cm).

Paris

Die spektakuläre Verwandlung

Kaum eine Stadt hat in den letzten Jahren so viel fürs Velofahren getan wie Paris (Rang 5). Die französische Hauptstadt beweist, dass eine Umverteilung des öffentlichen Raums machbar ist, ohne den historischen Charme zu beeinträchtigen. Wer Paris heute besucht, kann Orte wie die Place de la Bastille oder die Quais der Seine verkehrsbefreit mit dem Velo geniessen. Nicht nur Touristinnen, auch Einheimische schätzen den Wandel: Der Anteil des Velos am Gesamtverkehr ist innerhalb von nur fünf Jahren von 5 auf 11 Prozent gestiegen.

Das sagt das Ranking: «Die Stadt der Lichter ist zur Stadt der Velos geworden. Die spektakuläre Transformation von Paris geht über die Mobilität hinaus und zielt darauf ab, eine klimafreundlichere und lebenswertere Stadt zu schaffen.»

Anreise: 4 h ab Zürich HB, 3 h ab Basel SBB.

Hinweis: Velos müssen im TGV nach Paris in einen Transportsack (max. 90 × 130 × 50 cm) verpackt werden.

Bologna

Der Aufsteiger aus dem Süden

Bologna (Rang 25) gehört zu den Newcomern im Index. Mit der Platzierung in den Top 30 werden die Bemühungen der Stadt gewürdigt, den Veloverkehr gezielt zu fördern. Tatsächlich scheint die 2019 verabschiedete Velostrategie Früchte zu tragen: Das Netz erstreckt sich nun über gut 100 Kilometer, allein seit 2022 kamen rund 26 Kilometer hinzu. Das Flaggschiff-Projekt «Bicipolitana» hat sich laut Index schnell zum Rückgrat des Veloverkehrs entwickelt. Velofahren sei dadurch keine Nischenaktivität mehr, sondern eine alltägliche Option für viele Menschen in der Metropolregion.

Das sagt das Ranking: «Von den schattigen Arkaden bis hin zu den geschichtsträchtigen Strassen webt Bologna ein neues urbanes Gefüge, in dem ruhige Strassen und das Bicipolitana-Netzwerk sich gegenseitig ergänzen und eine Stadt schaffen, die sich auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft befindet.»

Anreise: 6 h ab Zürich HB.

Hinweis: Veloplätze sind im EC bis Mailand reservationspflichtig. Von Mailand bis Bologna reist das Velo im Transportsack (max. 80 × 110 × 45 cm) verpackt kostenlos im Frecciarossa.

Münster

Die Studentenstadt im Sattel

Münster ist die im Copenhagenize Index am besten bewertete Stadt im deutschen Sprachraum (Rang 7). Das kommt nicht von ungefähr: In den letzten fünf Jahren investierte die Stadt jährlich umgerechnet rund 30 Franken pro Kopf in die Veloinfrastruktur. Dabei kommen Münster die kompakte Struktur und die vielen Studierenden zugute. Die Bevölkerung tritt fleissig in die Pedale: Der Anteil des Veloverkehrs ist von stolzen 43,5 Prozent (2019) auf beeindruckende 47 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Damit nutzt fast die Hälfte der Münsteraner Einwohnerschaft das Velo als Hauptverkehrsmittel.

Das sagt das Ranking: «Velofahren in Münster ist stressfrei und Teil des Alltags der Bevölkerung.»

Anreise: ca. 7 h ab Zürich HB.

Hinweis: Veloplätze im ICE sind reservationspflichtig.

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