Nun ist die Katze aus dem Sack: Filippo Leutenegger und Richi Wolff müssen in den sauren Apfel beissen. Der eine wechselt vom Tiefbau- ins Schuldepartement, der andere tauscht das Polizeidepartement gegen das Verkehrsdepartement ein. Gemunkelt wurde schon lange, dass Leutenegger als Letztplatzierter bei den vergangenen Wahlen im März dafür die Rechnung präsentiert erhalte. Mit der ausgebauten rot-grünen Mehrheit in Regierung und Gemeinderat musste er damit rechnen.
Er selber hat in den letzten vier Jahren mit seiner umstrittenen Verkehrspolitik durchaus zu diesen Verhältnissen beigetragen. Titulierte er im Wahlkampf den amtierenden Stadtrat als Wohlfühl-WG, hat ihn der jetzige Entscheid wohl eines besseren belehrt. Definitiv kein Wohlfühl-WG-Entscheid ist es auch für Richi Wolff, dem sein Verhalten bezüglich Koch-Areal nun doch noch spät zum Verhängnis wird. Und das, obwohl er im Wahlkampf zu den Bestplatzierten gehörte.
Die Mehrheit der «Sozis» im Stadtrat hat einen knallharten Machtentscheid getroffen und die beiden farbigen Aussenseiter diszipliniert. Was heisst das für die Verkehrspolitik? Zuerst einmal ist eine Entspannung gegen innen zu erwarten. Richi Wolff ist als Urbanist und ehemaliger VCS-Projektleiter für das Departement prädestiniert. Er und die neue Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart werden wohl gut zusammenarbeiten, wenn sich der Rauch etwas verzogen hat.
Es ist aber auch wichtig, dass die beiden mit vereinter Stimme die verhärteten Fronten im Kanton angehen. Da hat Wolff in den letzten vier Jahren im heiklen Polizeidepartement gezeigt, dass auch ein Aussenseiter erfolgreich politisieren kann. Das ist ihm auch im Verkehrsdepartement zu wünschen. Dort kann es für das Velo und eine lebensfreundliche Verkehrspolitik nur besser werden. Schlussendlich stellt sich eigentlich nur eine Frage: Warum hat der nun so entschieden auftretende Stadtrat vier Jahre vertrödelt?
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